12. Oktober 2021

Weniger radikale Eingriffe

Grüne: Naturnäheres Pflegekonzept für die Niddaufer im Bereich des Ortsbeirats 6

Vor Kurzem waren der Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 6 zufolge am Niddaufer zwischen Griesheim und Nied wieder riesige Maschinen im Einsatz, die mit langen Greifarmen die gesamte Vegetation vom Fluss bis zum Weg zerhäckselt haben. Die Grünen fordern ein naturnäheres Pflegekonzept für die Niddaufer im Bereich Griesheim, Nied und Sossenheim zu entwickeln und umzusetzen.

Diese Maschinen kommen laut der Ökopartei auf beiden Seiten des Flusses regelmäßig zum Einsatz. Mit ihrem oft schnurgeraden Verlauf und dem trapezförmigen Profil erwecke die Nidda, trotz teilweiser Renaturierung, den Eindruck einer künstlich gestalteten Wasserrinne, deren einziger Zweck es zu sein scheint, mögliches Hochwasser so schnell wie möglich flussabwärts zu leiten. Zu diesem Eindruck trage die kurz gehaltene Ufervegetation maßgeblich bei. Für Artenvielfalt und Biodiversität sei es nachhaltiger, wenn hier deutlich mehr höher wachsende Pflanzen erhalten bleiben würden.
Oberhalb von Frankfurt sind die Ufer der Nidda gemäß den Grünen weitgehend renaturiert. Bäume, Büsche und Wildwiesen reichen bis an den Fluss heran. Im Bereich des Ortsbezirks 6, also zwischen Griesheim und Sossenheim, aber werden der Ökopartei zufolge die Ufer regelmäßig mit schwerem Gerät komplett gemäht, jeder Aufwuchs bis auf wenige Bäume wird kleingehäckselt. „Dies mag in früheren Zeiten als Non-Plus-Ultra des Hochwasserschutzes gegolten haben, wirkt jedoch heute wie aus der Zeit gefallen angesichts des allgemeinen Verlustes an Biodiversität und der Notwendigkeit, den Artenschwund aufzuhalten“, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Auch das Verständnis der vielen Erholungssuchenden, die das Gebiet nutzen, hätte sich in der Form geändert, dass mehr Naturnähe erwartet werde.
Es gehe nicht darum, den Hochwasserschutz grundsätzlich in Frage zu stellen. Die Radikalität der Eingriffe scheine aber nicht unbedingt notwendig zu sein, wie man an anderer Stelle gut sehen könne. Daher wäre es nach Meinung der Grünen im Sinne der Erholungssuchenden und des Artenschutzes, wenn das Pflegekonzept für die Niddaufer mit dem Ziel einer naturnäheren Gestaltung geändert würde. red

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