30. August 2021

150 Jahre Friedenseiche

„Der Frieden ist nicht alles aber alles ist ohne Frieden nichts“

Unter der Friedenseiche von 1871 begrüßte Roger Podstatny, Bildmitte, etwa 20 Gäste, um den noch mit einem roten Tuch bedeckten Gedenkstein zu enthüllen. Fotos: Krüger

Nach einem Zitat des ehemaligen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt: „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts“, ist ein weiterer Gedenkstein gestaltet, der am vergangenen Samstag, 28. August 2021, unter der Eiche, unweit des südlichen Stadtrands von Sossenheim, feierlich enthüllt wurde.

Der Vorsitzende der SPD-Sossenheim und Stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD im Römer, Roger Podstatny, begrüßte die etwa 20 Anwesenden. Unter ihnen auch Yilmaz Karahasan, der vor 50 Jahren, 1971, als junges SPD-Mitglied miterlebte, als von Jungsozialisten ein erster Gedenkstein gelegt wurde. Dieser trägt die Aufschrift: „Wir alle tragen die Verantwortung für den Frieden in der Welt.“ Roger Podstatny und Yilmaz Karahasan griffen diese Aufschrift auf und mahnten eindringlich aber auch bewegend alles für den Frieden in Deutschland zu tun, aber auch darüber hinaus in und für die ganze Welt. Wie wichtig das, also Frieden und Menschenrechte seien, erlebe man aktuell, wenn man die schlimmen Berichte und Bilder aus Afghanistan sehe.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Sossenheim, Brigitte Stark-Matthäi, las einen von Bertold Brecht geschriebenen Liedtext vor, der 1950 als Nationalhymne gedacht war, und Peter Donath, ebenfalls SPD-Sossenheim, trug ein feierliches Gedicht vor. Sodann wurde unter der, wie sie genannt wird, „Friedenseiche“, 1871 von Kriegsteilnehmern die aus dem Deutsch-Französischen Krieg heimgekommen waren am Dorfrand von Sossenheim gepflanzt, von Roger Podstatny und Brigitte Stark-Matthäi der neue Gedenkstein enthüllt.

1871 – 2021, Gedenkstein 150 Jahre Friedenseiche.

Die Idee zum Gedenkstein 150 Jahre Friedenseiche, 1871 – 2021, hatte Manfred Menningen, „und er hat auch die Gedenkplatte gesponsert“, betonte Roger Podstatny. Es war eine gemeinsame Veranstaltung von AWO-Sossenheim, Volkshausverein und SPD-Sossenheim. Unter den Anwesenden waren auch die Fraktionsvorsitzende der SPD im Ortsbeirat 6 und Stadtverordnete Petra Scharf sowie Michael Schneider, CDU und Mitglied im Ortsbeirat 6 und Sybille Genzmehr, Mieterbeiratsvorsitzende der nahen Otto-Brenner-Siedlung. Anschließend machte man sich auf den Weg zum Friedensfest am Stadtteilzentrum der AWO. mk

Ein Gedanke zu „150 Jahre Friedenseiche

  1. Immer etwas seltsam, wenn man die damalige Geschichte ausblendet. Diese „Friedenseiche“ wurde im deutschen Siegestaumel nach dem gewonnen Krieg gegen Frankreich und der deutschen Reichsgründung 1871 gepflanzt. Es war die Zeit, als Wilhelm, vormals Preußischer König sich hat im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser des ersten Deutschen Reiches hat krönen lassen, und Deutschland erstmals als einheitlicher pseudodemokratischer Reichs-Staat gegründet wurde. In diesem damals allgegenwärtigem Stolz und nationalistischem Siegestaumel, seinen „Erz und Erbfeind Frankreich“ besiegt und gedemütigt zu haben, ein „Deutsches Reich“ gegründet zu haben, pflanzte man diese „deutsche Eiche“ und trällerte etwas von „und nun mal bisschen Frieden bitte“ Ich freue mich über das hohe Alter des Baumes, wünsche mir, das man sich immer um alte Bäume kümmert, halte aber die heutigen Lippenbekenntnisse und hinein-Interpretierungen und Vereinnahmungen aber für ziemlich daher geholt, geschichtsfern und simpel gestrickt.

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