16. Februar 2021

Ein Bembel für die Zukunft nach „Corona“

Der neu gestaltete Umzugswagen der Kerbeburschen steht bereit

Helfer und Michael Schneider, links, brachten bereits im letzten Jahr das „Gerippte“ hinter dem neuen Bembel auf den Motivwagen. Foto: Krüger

Seit mehr als einem halben Jahrzehnt sind die Sossenheimer Kerbeburschen e.V. sowohl regional als auch überregional unterwegs. „Wir fühlen uns der Tradition verpflichtet und möchten das Brauchtum der Kerb und des Apfelweins mit viel Spaß und Herzblut präsentieren. Quasi die spezielle ‚Kerbeburschen DNA‘ aus Sossenheim“, sagt Michael Schneider, 1. Vorsitzender der Kerbeburschen.

Längst seien es nicht mehr nur die Faschingsumzüge Eschborn, Frankfurt und Klaa Paris die von den Kerbeburschen angesteuert werden, erläutert Michael Schneider, „wir erhalten jährlich mehrere Anfragen, in denen wir um Teilnahme an fast allen Festumzügen gebeten werden. Das liegt wohl an der großartigen Wagenkulisse und dem fahrenden Gerippten“.

2018, anlässlich des Jubiläums 800 Jahre Sossenheim, konnten sie als Botschafter Sossenheims erstmals auch überregional im fernen Korbach am Landesfest auf ihre besondere „DNA“ hinweisen. Weiter sagt Schneider, „viel positives Feedback für unser tolles TV-Interview haben wir dafür erhalten, welches wir umgehend unserem Stadtoberhaupt weiterleiteten“. Sie nutzten die Chance und unterbreiteten OB Peter Feldmann den Vorschlag, dass sie künftig ihren Wagen anlässlich des Landesfestes im Frankfurt Design schmücken und die etwas erweiterte „Frankfurter DNA“, flankiert von ihrer heimischen Garde des 1. Sossenheimer Karnevalsverein „Die Spritzer“ und gemeinsam mit der amtierenden Apfelweinkönigin, voller Herzblut im Umland präsentieren könnten. „Eine echte Win-Win-Situation“, so Schneider.

Einerseits spare die Stadtverwaltung erhebliche Kosten, anderseits repräsentieren die Kerbeburschen mit viel Spaß die städtischen Interessen, was sich auch in Form von Wachstum bei den Mitgliedern und Sponsoren abbildet. Das erarbeitete Konzept, welches in enger Abstimmung im Vorstand und mit Ehrenmitglied Peter Kullmann entworfen wurde, überzeugte auf Anhieb das Stadtoberhaupt, sodass die Kerbeburschen damit betraut wurden, anlässlich der Hessentag-Umzüge ein neues Wagendesign zu fertigen. Neben abnehmbaren Platten im Frankfurter Altstadtdesign sieht das erarbeitete Konzept auch eine gigantische „Bembelkulisse“ vor.

Und so ist es wieder einmal dem Verein und Künstler Peter Kullmann gelungen, in Zusammenarbeit mit Claus Cromm, Manuel Tiedemann und Florian Höfler, ein echtes Vereinsjuwel zu schaffen. Den zahlreichen Vereinshelfern sei an dieser Stelle ebenfalls ein großer Dank anzuerkennen.

„Den Hauptteil der Arbeiten hatten wir bereits vor der Pandemie erledigt, sodass während der Lockdown Phase pandemiegerecht die künstlerische Gestaltung des Wagens durch den Künstler vorgenommen worden ist“, so der Vorsitzende. „Wir wurden schon öfters gefragt, ob das der größte fahrende Bembel der Welt ist. Eine Antwort darauf geben können wir jedoch nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es das größte Duett aus Glas und Bembel ist, das fahrbereit existiert“. Abschließend sagte Michael Schneider: „Allein deshalb würden wir uns sehr freuen, den Wagen so bald als möglich, spätestens im nächsten Jahr wieder einsetzten zu können!“ mk

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