30. Mai 2020

Kerbeburschen gestalten ihren Motivwagen neu

Zum Gerippten kommt jetzt auch ein Bembel

Michael Schneider freuts, der Bembel, noch nicht angestrichen, steht erst mal auf dem Anhänger. Foto: Krüger

Der Vorstandsvorsitzende der Kerbeburschen, Michael Schneider, macht sich schon etwas Gedanken um das finanzielle Überstehen in Zeiten der Corona-Krise. Zum einen ist das Sommerfest der Kerbeburschen ausgefallen, zum anderen findet der Hessentag-Umzug nicht statt.

Das letzte Sommerfest vor der Schließung im Hof des bekannten Gasthauses „Hainer Hof“, mitsamt Straßenfest, hätte die Kerbeburschen auch finanziell auf Trapp gehalten. So ist es Corona bedingt ausgefallen und diese Einnahmen fehlen.

Der Verein, der sich mittels Partnerschaft zur Repräsentation der Stadt Frankfurt am Main an dem Hessentag-Umzug als „offizieller Botschafter der Stadt Frankfurt am Main“ bezeichnen darf, hatte Anfang März mit dem totalen Umbau des bisherigen Motivwagens begonnen. Es kam aber anders als geplant, denn es folgten einige Wochen des Stillstandes. Seit kurzem wird jedoch in kleinen Schritten am Umbau weitergearbeitet. Es besteht zudem die Herausforderung, das Chassis des Anhängers derart zu verstärken, dass zukünftig auch weite Anreisen über 100 km Distanz im gesamten Hessenland per Traktor möglich sind und die Genehmigungen erteilt werden können. Das alles kostet richtig Geld.

„Ein Kraftakt war die teilweise finanzielle Absicherung der entsprechenden Baukosten, der uns souverän in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gelungen ist“, sagt Michael Schneider und fügt hinzu, „erfreulich ist aber auch, dass auch zu den Zeiten dieser Krise einige der Sponsoring Partner signalisiert haben, auf Rückzahlung von Sponsorings zu verzichten“.

Eigentlich wären die Sossenheimer Kerbeburschen eifrig an der Fertigstellung des neuen Motivwagens „im Frankfurt Design“ zugange. In diesem Jahr wäre die Anreise zum Hessentag nicht sehr weit gewesen und der Motivwagen mitsamt einiger Neuerungen hätte sich durch die malerischen Straßenzüge der benachbarten Stadt Bad Vilbel geschlichen, erläutert Schneider. Es sei stets ein Anliegen der Kerbeburschen, gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main, einen Repräsentationsbeitrag zu entwickeln, der sowohl Sossenheim, als Stadtteil des Frankfurter Westens, als auch das gesamte Stadtgebiet Frankfurts würdig repräsentiert.

„Ein Bestandteil der Frankfurter DNA ist der Ebbelwoi“, so Michael Schneider. Deshalb habe der Verein, der den Bembel im Logo trägt, beschlossen, eine Ergänzungskulisse zum bisherigen „Gerippten“ zu bauen. Es entstand ein gewaltiger 4 Meter hoher Bembelaufbau. Gemeinsam mit den Unterstützern Peter Kullmann, Claus Cromm, Florian Höfler sowie Manuel Tiedemann nutzte und nutzt der Verein die Zeit, um die Fertigstellung des Wagens weiter voranzubringen. Unter Wahrung der entsprechenden Abstands-/ Hygieneregeln. Aktuell kann der Verein sich nunmehr darüber freuen, dass der gut eine Tonne schwere Bembel auf dem Motivwagen angebracht werden konnte. Quasi ein erstes erfreuliches Zwischenziel.

Jetzt hofft Schneider, dass die Politik auch diejenigen Vereine, die mangels Status der Gemeinnützigkeit bisher nicht von Corona-Hilfen begünstigt sind, im Auge hat. Nach einigen Telefonaten mit Vorständen anderer Vereine, Vertretern der Vereinsringe und entsprechenden Mandatsträgern sei er jedoch zuversichtlich, dass auch dieses Problem gelöst werden kann und den Vereinen individuell geholfen wird. „Bis dahin müssen wir in den Vereinen zusammenhalten und das Beste aus der Situation machen. Letztlich sollten wir uns an Kleinigkeiten wie erste kleinere Stammtische erfreuen und mit Optimismus in eine gesunde Zukunft blicken“, betonte der sympathische „Oberkerbebursche“ abschließend. mk

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