9. März 2019

Bauer sucht … mit „Lederhosen-Striptease“

Das „Chiemgauer Volkstheater“ brachte eine mitreisende Komödie auf die Bühne des Volkshauses

Am Ende der „Bayerischen Komödie“ waren die Suchenden wie angekündigt (fast) hüllenlos auf der Bühne. Fotos: Krüger

Das war ein echter „Knaller“ gleich zu Beginn des Theater-Jahres 2019 im Sossenheimer Volkshaus. Dem Kultur- und Förderkreis Frankfurt-Sossenheim e.V. war es gelungen, ein Ensemble zu verpflichten, das aus zahlreichen Fernsehproduktionen weit über Bayern hinaus bekannt und beliebt ist.

Auf der Bühne des gut besetzten Volkshauses an der Siegener Straße ging es am gestrigen Freitag, 8. März, hoch her. Man musste genau und aufmerksam hinhören, um keines der zahlreichen witzigen Wortspiele und die zahlreichen Gags zu verpassen. Viel Situationskomik, bestens von allen Akteuren dargestellt, beanspruchte die Lachmuskeln und trieb so manchem im Saal Tränen in die Augen.

Bauer sucht …, was tun? Können Wirt Beni und Bikerin Kristina, rechts, helfen?

Als der Vorhang sich öffnete waren Gastwirt Beni hinter der Theke und Landwirt Florian im Schankraum. Sie plauderten über ihr „frauenloses“ Leben und über die besondere Beziehung von Florian zu seiner Mutter. Wirt Beni ist auf ein bestimmtes Körperteil stolz, zeigte auf seinen Bauch und behauptete, „gutes Werkzeug hängt halt immer unter einem Vorbau“. Das erzeugte den ersten richtigen Lacher im Saal.

Jetzt kamen auch die weiteren täglichen Stammgäste, mit blauem Auge Pferdewirt Tom und der Forstanwärter Markus, dazu. Florian hatte eine Zeitung aufgeschlagen und las Inserate aus „Frau sucht …“ vor. So kam es zu der Frage, ob man nicht selber auf die Suche gehen solle. Und als es darum ging, welchen „Frauentyp“ man denn suchen solle, fragte Beni mit einem Augenzwinkern, „kennt ihr den Unterschied zwischen Frauen und Gemüse“? „Frauen sind erst dann richtig gut, wenn sie ein bisschen verdorben sind“. Also beschloss man die Sache entsprechend anzugehen, unter: „Bauer sucht …!“

Bauer Florian ist sturzbetrunken auf den Tisch „geflüchtet“.

Als dann die Journalistin Kristina vom „Landwirtschaftsverlag“ ins Gasthaus kam und neue Ideen einbrachte, kam man letztlich auf die Idee persönliche Videos zu drehen. Im zweiten Akt bzw. am nächsten Tag, als man wieder ins Wirtshaus kam, musste sich Florian für seinen Videoauftritt erst mal mit Mirabellenschnaps Mut antrinken. Hieraus entwickelten sich herrliche Szenen, die herzhaft belacht wurden und vielen im Saal die Tränen in die Augen trieben. Er fiel vom Tisch und musste bei den Aufnahmen auf dem Stuhl festgehalten werden – ganz toll und urkomisch auf der Bühne gespielt.

Pferdewirt Tom ist verzweifelt, sind Forstwirt Markus und Bauer Florian jetzt das „Traumpaar“?

Nun betrat „Filmproduzent“ Olaf die Bühne. Zunächst vor und dann insbesondere nach der Pause brachte er sich als Regisseur und Tanzlehrer ein. Er wollte „Germanys next Sex-Bomb“ produzieren und so sang man gemeinsam mit dem Publikum im Saal das Lied: „Sex Bomb“. Es gab Szenenapplaus für „gekonnte“ Tanzübungen, ein Saxophon-Solo vom Tom und ein weiteres Lied wurde gesungen: „Dohoam – Im Freistaat Bayern da bine dohoam“.

Filmproduzent Olaf, rechts mit Hut, will Regie führen.

Zum Abschluss der Höhepunkt, als die drei der „ländlichen Brautschau“ doch noch mit einem „Lederhosen-Striptease“ alle Hüllen fallen ließen und ihr „bestes Stück“ bei gedimmtem Licht hinter einem Hut verbargen. Es gab stehenden Applaus und vom Kufö Blumen und eine große Flasche Sekt. mk

Es spielten:

Beni Huber – Bernd Helfrich
Tom Meindl – Tom Mandl
Florian Bauer – Flo Bauer
Markus Stein – Markus Neumaier
Kristina Weißmüller – Kristina Helfrich
Olaf Wieland – Andreas Löscher

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