7. September 2018

Wohnungen werden teurer

Mietervereine wollen den betroffenen Mietern der GWH helfen

Sieghard Pawlik (links) und Uwe Serke sprachen im AWO-Stadtteilzentrum mit vielen Mietern der GWH, die von Mieterhöhungen betroffen sind. Foto: Krüger

Für große Unruhe in den Sossenheimer Siedlungen haben die jüngsten Mieterhöhungen der Wohnungsbaugesellschaft GWH gesorgt. Zahlreiche Bürger kamen am vergangenen Freitag im Stadtteilzentrum der Arbeiterwohlfahrt am Dunantring zusammen um sich zu informieren.

Die Vorsitzende des Mietervereins, Elke Tonhäuser, hatte Sieghard Pawlik, den Vorsitzender des Mieterbundes Hoechster Wohnen, als Hauptredner und Sachverständigen dazu eingeladen. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Sossenheimer CDU-Vorsitzende Uwe Serke war gekommen.
Die betroffenen Mieter sollten ihre Anschreiben der GWH mitbringen „und wir schauen uns das an“, hatte Elke Tonhäuser aufgefordert. Wie betroffen viele Mieter sind, wird am Beispiel Frieda Back deutlich. Die Sossenheimerin sagte: „Ich habe 1.000 Euro Rente und soll jetzt 50 Euro mehr zahlen. Von was soll ich leben? Strom, Licht, Gas, Telefon und Fernsehen kommen dazu. Ich kann nicht jeden Tag Kartoffelsupp essen.“
In seinem Vortrag konnte Sieghard Pawlik nur recht allgemein die Mieterhöhungen der GWH ansprechen, die sich auf den Mietspiegel beziehen, „der nach gesetzlichen Bestimmungen erstellt wird“. Hier liegt seiner Ansicht nach auch das Problem. Denn, ob eine Mieterhöhung gerechtfertigt oder in der errechneten Höhe gerechtfertigt ist, müsse in jedem Einzelfall individuell geprüft werden. So dann schaute er sich drei „Mieterhöhungen“ kurz an und fand einige Beanstandungen. Sieghard Pawlik: „Den Mieterhöhungen sollte gegebenenfalls bis zum 31. Oktober widersprochen werden.“
Ob er eine Beratung oder auch eine Rechtsberatung vornehmen dürfe, hänge von gewissen Bestimmungen ab beziehungsweise auch davon, ob ein Mieter Mitglied im „Mieterbund Hoechster Wohnen“ sei. Zahlreiche Anwesende machten von diesem Angebot Gebrauch und wurden Mitglied in dem Mieterverein.
Parteipolitisch versucht indes die Sossenheimer SPD das Thema auszuschlachten. Sie fordert eine Mietpreisbremse bei der GWH und bei der Nassauischen Heimstätte. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, sammelt die SPD am Samstag, 15. September, von 10 bis 12 Uhr an der Bushaltestelle Dunantring und am Samstag, 22. September, von 10 bis 12 Uhr in der Schaumburger Straße 65 Unterschriften. „Die Mieterinnen und Mieter können den Landtagsabgeordneten Uwe Serke fragen, warum er sich nicht für eine Mietpreisbremse bei der GWH eingesetzt hat“, poltert Ortsvorsitzender Roger Podstatny.
Dazu hatten die Mieter allerdings längst Gelegenheit. Denn anders als Roger Podstatny ließ sich Uwe Serke bei der Versammlung im AWO-Stadtteilzentrum blicken. Der CDU-Mann empfiehlt allen Mietern der GWH den neuen Mietbescheid gründlich zu prüfen und sich vor allem die Zu- und Abschläge zur Vergleichsmiete anzuschauen. „Bei Unklarheiten sollten Sie sich an einen Mieterverein wenden oder zu einem der Informationsstände der CDU Sossenheim kommen“, meinte Uwe Serke. „In meiner Sprechstunde hatte ich beispielsweise den Fall, dass ein Zuschlag für die Modernisierung des Bades berechnet wurde, obwohl seit über zehn Jahren gar keine Maßnahme im Bad erfolgt ist.“
Serke bedauert, dass „einzelne Parteien die Mieterhöhungen für den Landtagswahlkampf“ ausnutzen möchten. „Das hilft den Mietern rein gar nichts.“ Politiker aus Stadt und Land sollten sich gemeinsam und parteiübergreifend für die Mieter einsetzen und auf die Wohnungsbaugesellschaften einwirken und an deren soziale Verantwortung appellieren. Ziel müsse sein, nach der ABG-Holding und der Nassauischen Heimstätte auch andere dazu zu bewegen, die Mieten in Frankfurt in den nächsten Jahren möglichst stabil zu halten.
Die Informationsstände der CDU Sossenheim für die Mieter der Henri-Dunant-Siedlung finden am Samstag, 8. September, von 10 bis 12 Uhr vor dem Kiosk an der Ecke Dufourstraße/Dunantring und am Samstag, 15. September, von 10 bis 12 Uhr in der Ladengalerie vor der Schaumburger Straße 65 statt. red

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