22. Oktober 2016

„Mei Gidarr, de Blues, de Tequila un ich“

Der Frankfurter Liedermacher Rainer Weisbecker gastierte im Stadtteilzentrum

Bei der „Bluesikalischen Lesung“ war der Frankfurter Mundartdichter und Liedermacher Rainer Weisbecker nahe am Publikum und brachte den Saal im AWO-Stadtteilzentrum mit seiner „Gidarr“ zum toben. Foto: Krüger

Der bekannte Frankfurter Mundartdichter und Liedermacher Rainer Weisbecker war am 21. Oktober im Stadtteilzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu Gast. Der Sänger, Texter, Gitarrist, Komponist und Buchautor ist bekannt aus Funk und Fernsehen. „Wir sind immer wieder begeistert, wenn Rainer Weisbecker bei uns ist“, sagte Marianne Karahasan, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Sossenheim und Leiterin des Stadtteilzentrums, das fast bis auf den letzten Platz besetzt war.

Zur Begrüßung eröffnete Rainer Weisbecker mit seinem neuen Lied „Mei Gidarr, de Blues, de Tequila un ich“ den „Bluesikalischen Abend“. Und er fügte gleich hinzu: „Ich bin ein Mundartdichter und kein Heimatsdichter, weil Frankforderisch mei Sprach is.“ Er erzählt auch, dass er über Apfelwein keine Lieder schreibt: „Ich trink Tequila, aber bitte nicht ohne Salz und Zitrone.“ Daraus hatte er ein Lied gemacht und den Refrain sangen alle Gäste mit.
Es gab viel Applaus und immer wieder viel zu lachen, denn Rainer Weisbecker war in Hochform. Er erzählte über sich, über Frauen die ihm nahe standen und über seine Erfahrung mit dem Hessischen Rundfunk. Seinen Freund Genever lernte er in Amsterdam kennen und auch die Freunde Mari und Hana. Nein, Marihuana habe er nie konsumiert: „Das war nur ein Gag.“
Es folgte ein Gedicht über den Schnaps, woraus das Lied „Ein Tequila zu viel“ entstand. Und wieder sangen alle den Refrain mit. Rainer Weisbecker begleitet seine Lieder auf Gitarre und Bluesharp. Er sang, erzählte Geschichten und Gedichte über „De Aff“, „Ferz mit Kricke“ und „Mer habbe deham en alte Grießbrei“ oder „Ich hock beim Hinnerkopp“ und sprach damit eine alte Wirtschaft in Niederrad an, „die es leider nemmer gibt“.
Es gab viele selbst geschriebene Lieder und viele schöne Geschichten, oft in Gedichtform, zu hören. Aber bei dem Bömbsche unnerm Bett, das explodierte und die Frau rief „ach, mach des bitte nochemal“, tobte der Saal. Zwei Stunden gab es volles Programm und kaum „Lachpausen“. Die Gäste waren begeistert. Yilmas Karahasan von der AWO kam daher nicht umhin, nach Abschied und Danke zu fordern: „Ohne Zugabe geht es nicht.“ Und so endete der „Bluesikalischen Abend“ mit dem Lied „Die Frau Rauscher aus der Klappergass“. Mehr über den Künstler, seine Termine, seine zahlreichen Bücher und CDs gibt es unter www.mundartprojekte.de im Internet. mk

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