15. September 2016

Sanfte Klänge und fiese Morde

Zwei Krimi-Ladies trugen Spannendes aus ihren Werken vor

Von unserer Zeit bis ins Mittelalter hinein, entführten Uli Aechtner (links) und Ursula Neeb ihre Zuhörer bei der neunten Sossenheimer Kriminacht. Foto: Mingram

Die heißen Spätsommertemperaturen hatten die Mitglieder des Sossenheimer Bücherwurms dazu veranlasst, die Kriminacht am vergangenen Freitag kurzerhand auf die andere Seite der großen Scheiben der Stadtteilbücherei zu verlegen. Das Ergebnis machte Lust auf mehr Veranstaltungen dieser Art.

Während im benachbarten Eiscafé allmählich die Nachtruhe einkehrte, kamen die Besucher der Kriminacht bei malerischem Halbmond zu einem ganz besonderen Hörgenuss. Mit Gitarre, Bass, Keyboard und Saxophon hüllte ein bislang namenloses Quartett den Kirchberg in zauberhafte Klänge ein. Die Autorinnen des Abends, Ursula Neeb und Uli Aechtner, lasen aus ihren Neuerscheinungen vor.
Ursula Neeb hat sich dem historischen Krimi verschrieben und nahm die Zuhörer mit in den Hunsrück des 16. Jahrhunderts. Äußerst blutrünstig ging es dort zu. Die Autorin wandelt in dem Roman „Der Teufel vom Hunsrück“ immerhin auf den Spuren von Christman Gniperdoliga, der zu seiner Zeit als einer der schlimmsten Massenmörder galt. Dafür hat die Schriftstellerin direkt am Ort des Geschehens recherchiert.
Eher unblutig geschieht der Mord in „Todesrauscher“ von Uli Aechtner. Das Opfer ertrinkt nämlich in einem Tank, der zur Gärung des Ebbelwoi gedacht ist. Auch Uli Aechtners Geschichte ging eine gründliche Recherche voraus. Manchen Leser wird es erstaunen, dass beispielsweise die Kelterei Possmann ihren Apfelsaft in alten U-Boot-Tanks lagert.
Die Bücherwurm-Vorsitzende Marion Weber ließ sich für das Buffett, durch den Buchtitel und den rosafarbenen Einband des Romans, zu einer gleichfarbigen „Todesrauscher-Creme“ inspirieren, bei deren Herstellung zweifelsfrei Ebbelwoi zur Anwendung kam. Dieser Snack löste jedoch eher ein Wohlgefühl als Gänsehaut aus. mi

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