3. November 2020

Corona die rote Karte zeigen

Frankfurt setzt Bund-Länder-Beschlüsse zügig um - Zahlreiche Einrichtungen geschlossen

Die Pandemie-Lage in Frankfurt bleibt angespannt. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 218,8 liegt die Stadt weiter deutlich über dem hessenweiten Schnitt von 137. Der Verwaltungsstab hat deshalb beschlossen, die am 31. Oktober auslaufende Allgemeinverfügung zu verlängern.

Damit gilt weiterhin im Bereich des Alleenrings eine Maskenpflicht. Auch die Regelungen zum Alkoholkonsum bleiben bestehen. Analog zu den geplanten landesgesetzlichen Regelungen strebt der Verwaltungsstab eine Laufzeit bis Ende November an. Die Verfügung ist jedoch zunächst bis 15. November befristet, um auf eine eventuelle Änderung der Lage zeitnah reagieren zu können. Darüber hinaus haben sich der Stab sowie die Spitzen der Koalition dafür ausgesprochen, die Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse in Frankfurt zügig anzugehen.
„Die Bürger haben ein Recht auf Klarheit – ebenso wie die betroffenen Einrichtungen“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. Seit dem gestrigen Montag sind laut Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder folgende Institutionen und Einrichtungen der Freizeitgestaltung bis voraussichtlich Ende November geschlossen: Theater, Opern, Konzerthäuser, und ähnliche Einrichtungen, Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen, der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.
Dies bedeutet für Frankfurt, dass auch die Museen, der Zoo und der Palmengarten schließen und dass der Herbstmarkt „Herbst in der Stadt“ ebenfalls seit gestern beendet ist. Gastronomische Betriebe dürfen laut Bund-Länder-Beschluss nur Außer-Haus-Verzehr anbieten. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist.
Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt: „Jetzt gilt’s! Wir müssen das Virus gemeinsam zurückdrängen. Jeder Frankfurter ist gefragt. Reduzieren Sie Ihre Kontakte, halten Sie Abstand, tragen Sie Maske, beachten Sie die Hygieneregeln. Zeigen wir Corona die rote Karte.“
Bürgermeister Uwe Becker betont: „Die Entscheidungen in diesen Tagen sind nicht einfach zu treffen, aber sie sind in meinen Augen notwendig. In unseren Nachbarländern werden teilweise noch deutlich weitergehende Beschränkungen verordnet. Dies zeigt auch, wie intensiv das Abwägen zwischen der Beschränkung von Freiheiten, den Eingriffen in Wirtschaft und Öffentliches Leben und der Sicherstellung der Gesundheit bei uns stattfindet.“
Laut Gesundheitsdezernent Stefan Majer werden die nächsten vier Wochen genutzt, um kritisch auf die Öffnung der letzten Monate zurückzublicken. Es gelte, die Schwachstellen der trügerischen Normalität zu benennen, die dem Virus zu viel Raum gelassen haben. „Unser Ziel muss sein: Frankfurt trägt Maske! Wir definieren, wann und wo man sie absetzen kann – nicht umgekehrt“, erklärt der Gesundheitsdezernent. red

Ein Gedanke zu „Corona die rote Karte zeigen

  1. Gesundheitsdezernent Stefan Majer, der nächste Profi im Bunde. Wie war das noch? Die Eintracht wollte dieser Dezernent vor vollem Publikum spielen lassen, und erst als der damalige Aufschrei zu groß wurde, ruderte er mit vielen Nebelkerzen zurück. Ein paar „Schwachstellen“ gibt es seit Monaten. In Bäckerei-Cafés pfeift man häufig auf Abstandsregeln und Maskenpflicht. Bei preisgünstigen Frisören hängen die Masken gern mal unterm Kinn, und in Bussen der 55 und 50 sieht man abends häufiger Menschen ohne Maske im Bus sitzen. Will man das alles wirklich ernst nehmen, gäbe es genug zu tun, und nicht nur zu „beobachten“.

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