28. November 2019

„Selfstorage“ als Phänomen

Das „RheinMainTV“ besuchte das Blu-Sky-Lager in Sossenheim

Dieser Student verwahrt seine mobile Bar in einer Selfstorage-Box. Foto: Blu Sky Lager

In den USA tut es bereits jeder Zehnte. der US-Sender „DMAX“ unterhält rund um dieses Thema wöchentlich tausende von Zuschauern, und seit einigen Jahren kann man es nun auch in Frankfurt beobachten: Das Phänomen Selfstorage heißt auf Deutsch Einlagern, Selbstlagern oder auch Mieten 2.0. Es ist die smarte Alternative für Platzmangel.

In Frankfurt gibt es keinen Kampf um Boxen, deren Inhalt zum Verkauf steht, ganz im Gegenteil: Man verwahrt friedlich und einvernehmlich nebeneinander sein teilweise durchaus sehr wertvolles Hab und Gut. Das „RheinMainTV“ machte sich Anfang November auf, um hinter die ein oder andere sonst fest verschlossene Tür des Lagerraumanbieters Blu Sky Lager in Frankfurt-Sossenheim zu schauen und dem Phänomen Selfstorage auf die Spur zu kommen.
„Grundsätzlich erwarten die Mieter von uns absolute Verschwiegenheit gegenüber Dritten, was den Inhalt ihrer Boxen angeht“, klärte Sandra Diepenbrock von Blu Sky Lager auf. „Aber ich habe ein paar Mieter gefunden, die heute ausnahmsweise einmal ihre Boxen öffnen werden.“
Ein Bioseifen-Startup aus dem Westjordanland, ein Student mit seinem mobilen Barservice, ein Rentner, der in der Weihnachtszeit den Nikolaus gibt und ein IT-Mann, der sich im Sommer auf Mittelaltermärkten bewegt, traten nach und nach vor die Kamera. Spannend zu beobachten, wie jeder seine Box liebevoll und überraschend gut strukturiert eingerichtet hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Dinge in vier Quadratmeter Platz finden“, berichtete der IT-Fachmann, während er in Kostüm und Mantel vor seiner Box posierte.
Nebenan mixte der Student bereits die ersten Drinks für das Team: „Meine mobile Bar ist gestern pünktlich fertiggestellt worden, das gilt es zu begießen.“ Dank vierjähriger Schauspielausbildung rührte er diverse bunte Cocktails an, lächelte multitaskingfähig in die Kamera und berichtete professionell über sein aufstrebendes Business. „Gentlemens Bar Service“ – diesem Namen bereitete er alle Ehre mit seinem Auftritt im Selfstorage in Frankfurt-Sossenheim.
Anschließend durfte Herr Tubeileh, der Bio-Seifenmann aus dem Westjordanland, seine spannende Familiengeschichte erzählen. Über 400 Jahre Tradition in der Seifenherstellung gaben ihm das Selbstbewusstsein, ein Startup zu gründen und trotz Familienwunsch alles auf eine Karte zu setzen. „Es hat geklappt, wir sind erfolgreich und ziehen ständig in größere Boxen um“, grinste er in die Kamera und hielt dabei werbewirksam seine Seife ins Bild.
Aber auch der hobbymäßige Weihnachtsmann lief mit seinem Roten Umhang und dem echten, extra für den Dezember gezüchteten Rauschebart durchs Bild. Er liebe diesen Kellerersatz und die Möglichkeit, auch Sonntag nachts nochmal schnell zum Lager fahren zu können, falls er etwas vergessen habe.
Nach zwei Stunden waren alle Rolltore und Türen wieder verschlossen und die Mieter versammelten sich zur Cocktailprobe im hellen Empfangsraum des Lageranbieters.
Die Sendung „Phänomen Selfstorage“ wird im RheinMainTV am Montag, 9. Dezember, um 18.30, 20.30 und 21.30 Uhr ausgestrahlt. red

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