2. Oktober 2019

Alle einsteigen

Autonome Fahrzeuge in Frankfurt ab sofort im Testbetrieb

Ab sofort werden solche autonomen Fahrzeuge am Mainkai in Frankfurt getestet. Eine kostenlose Mitfahrt ist täglich möglich. Foto: RMV

Seit Freitag können Fahrgäste in Frankfurt mit autonomen Fahrzeugen fahren. Voll elektrisch, kohlendioxidfrei, leise, sicher und effizient gilt autonomes Fahren als konsequente Weiterentwicklung der intelligenten Mobilität. Täglich von 13 bis 19 Uhr können Fahrgäste bis Ende Juli 2020 die futuristischen Gefährte kostenlos am Mainkai ausprobieren.

Die Teststrecke ist vorprogrammiert und rund 700 Meter lang. Fahrgäste können an den eigens eingerichteten Haltestellen ‚Alte Brücke‘, ‚Eiserner Steg‘ und ‚Untermainbrücke‘ ein- und aussteigen. Das Pilotprojekt namens „EASY“ (Electric Autonomous Shuttle for You) soll ergründen, wie die neue Technologie in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Zukunft integriert werden kann.
„Wir denken den ÖPNV der Zukunft über Bus und Bahn hinaus und Autonomes Fahren ist dabei eine spannende Technologie. Autonome Fahrzeuge können den ÖPNV ideal auf der ersten und letzten Meile als On-Demand-Verkehr ergänzen, in Tagesrandlagen das Angebot verbessern und im ländlichen Raum die Fläche noch besser erschließen. Was getan werden muss, damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, wollen wir mit unseren Testversuchen herausfinden“, so RMV-Gesc häftsführer Professor Knut Ringat. Das RMV-Tochterunternehmen fahma hatte die Fahrzeuge vom Hersteller „EasyMile“ bereits im Frühsommer gekauft, in Frankfurt werden sie nun erstmals eingesetzt.
Die zwei Fahrzeuge bieten jeweils sechs Sitzplätze und fahren völlig selbstständig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 Stundenkilometern. Ein Operator ist jedoch immer mit an Bord. Die zentrale Lage der Strecke in der Mainmetropole bietet eine optimale Testumgebung, so Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent der Stadt Fra nkfurt: „Gesperrtes Mainufer und autonomes Fahren: veränderte Mobilitätsbedürfnisse erfordern neue Ansätze. Die Stadt Frankfurt nimmt damit eine wichtige Rolle bei der Erprobung autonomer Fahrzeuge ein.“
Einen weiteren Vorteil dieses öffentlichen Tests erklärt „traffiQ“-Geschäftsführer Dr.-Ing. Tom Reinhold: „Unsere Fahrgäste erleben direkt die Mobilität von morgen. Die Fahrzeuge kennenzulernen und selbst mit zu fahren ist der beste Weg, sich für diese neue Technologie zu begeistern – sie kann die Zukunft eines noch kundenfreundlicheren Nahverkehrs sein.“
Für den täglichen Betrieb ist die VGF verantwortlich. Wissenschaftliche Begleitung erhält das Pilotprojekt von der University of Applied Sciences Frankfurt, die dabei seitens des House of Logistics & Mobility (HOLM) als regionaler Entwicklungs- und Vernetzungsplattform unterstützt wird. red

Ein Gedanke zu „Alle einsteigen

  1. Ich bin gestern bereits eine Runde mitgefahren. Es ist sehr nett und gemütlich. Die 15 KaEmHa werden selten erreicht. Das nervige Fahrgeräusch gehört noch etwas (weg) optimiert, ist aber nach außen so leise, das die automatische Klingel dauernd warnt. Nunja. Aufregender war jedoch eine spontane Vollbremsung, die grundlos ausgeführt wurde. Selbst der Operator war überrascht. Mein Gedankenspiel ging da natürlich auf eine flott und dicht von autonomen Fahrzeugen befahrene Autobahn – Ausgang ungewiss. Hm, aber Versucht macht bekanntlich klug. Mal sehen, wie es weitergeht…

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