11. Dezember 2018

Quartiermanagement für Sossenheim

Oberbürgermeister stellte Projekte für den Frankfurter Westen vor

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann hat als Dezernent für die westlichen Stadtteile auf seiner Jahres-Pressekonferenz am vergangenen Montag im Höchster Bolongaropalast die Schwerpunkte seiner Arbeit für die betroffenen Gebiete vorgestellt. In Sossenheim will er demnach ein Quartiermanagement einführen.

Dabei stehen der Wohnungsbau, die Verbesserung der Lebensqualität und die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur im Vordergrund. Die gesamten städtischen Investitionen in die westlichen Frankfurter Stadtteile bezifferte Feldmann mit mehr als 106 Millionen Euro. Vorrangiges Ziel der Stadt bei allen Maßnahmen sei es, die betroffenen Menschen einzubeziehen. „Die Bürgerbeteiligung und vor allem die Information der Bürger sind immens wichtig und sollten Teil jeder Veränderung sein. Wir müssen den Menschen erläutern, was Sie erwartet und welche Folgen unser Handeln, unsere Entscheidungen haben. Und das nicht nur im Römer, sondern bei ihnen vor Ort“, sagte der Oberbürgermeister. Denn jedes Projekt beeinträchtige durch Lärm, Verkehr und weitere Veränderungen die Anwohner.
„Dies zeigen etwa die städtischen Anstrengungen für mehr Wohnungen. Dennoch besteht in der Stadt Einigkeit, dass gebaut werden muss. Insgesamt investiert die ABG Frankfurt Holding in den kommenden fünf Jahren 2,8 Milliarden Euro, wovon ein großer Teil in den Westen fließt. Hierzu gehören beispielsweise die Bauvorhaben Nieder Loch, Billtalstraße, Palleskestraße sowie Markomannen- und Alemannenweg“, betonte der Oberbürgermeister.
Am Beispiel von Nied und Sossenheim beschrieb der Oberbürgermeister weiter, wie die Stadt die Lebensqualität im Frankfurter Westen anheben will. Beide Viertel wurden in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ des Bundes aufgenommen. Das ermögliche es, in den kommenden Jahren, das Wohnumfeld zu verbessern, die Infrastruktur auszubauen und insgesamt die Stadtteile attraktiver zu machen. In Sossenheim ist laut Peter Feldmann zusätzlich geplant, ein Quartiermanagement einzuführen.
Ebenfalls im Blick hat die Stadt die Schulen. Hier stehen verschiedene Erweiterungs- und Neubauten auf dem Programm. Im kommenden Jahr geht es mit mehr Platz für Robert-Blum- und Hostatoschule los.
Ausfühlich ging der Oberbürgermeister auf die Arbeiten am Bolongaropalast ein, der nach seinen Worten „ehrwürdigsten Baustelle der Stadt“. Die aktuellen Planungen sehen vor, dass im Sommer 2021 wieder Michael Quast mit seiner „Fliegenden Volksbühne“ im Hof auftreten kann. „Haus und Garten sollen dann 2022 den versprochenen Leuchtturm für Höchst und den Frankfurter Westen bilden“, erwartet Peter Feldmann. Zugleich kündigte der Oberbürgermeister an, zu ausgewählten Terminen Besuchern persönlich das Innenleben der Baustelle zu zeigen. „Das große Interesse an den bisherigen Führungen überrascht mich nicht. Es ist schließlich Ihr Palast, der saniert und umgebaut wird.“ Ein besonderes Ereignis wirft bereits jetzt seine Schatten voraus: Am 21. Dezember nimmt der Oberbürgermeister öffentlich um 9.30 Uhr die neu gegossene Glocke des Palastes in Empfang. „Krieg ließ mich verstummen, Bürgersinn wieder erklingen“, lautet die Inschrift des Geschenkes der „Bürgervereinigung Höchster Altstadt“.
Zur Lebensqualität im Frankfurter Westen gehört es, seine Freizeit am Wasser zu verbringen. Feldmann lobte in diesem Zusammenhang die Bauarbeiten am Mainufer. Hier musste die Spundwand stabilisiert werden. „Die Attraktivität des Mainufers wird sich noch weiter erhöhen, wenn die Skateanlage an der Leunabrücke im Frühjahr nächsten Jahres in Betrieb genommen wird und an der Schlossmauer neben der bestehenden Boulebahn eine befestigte Fläche für Tanzaktionen zur Verfügung steht“, erläuterte der Oberbürgermeister die nächsten Schritte.
Der Oberbürgermeister zeigte sich erleichtert darüber, dass die traditionsreiche Höchster Porzellanmanufaktur gerettet werden konnte. Unter dem Motto „Damit das Rad sich weiter dreht“, hatten sich auch Höchster Bürger für das Unternehmen engagiert. „Mit dem neuen Investor blicken wir in eine gesicherte Zukunft“, sagte Peter Feldmann und zeigte sich erleichtert, dass alle Arbeitsplätze erhalten blieben.
Einen weiteren Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes sieht Feldmann in der in diesem Jahr von Industrieparkbetreibern, Störfallbetrieben und der Stadt unterschriebenen Vereinbarungen zur Seveso-III-Richtlinie. Sie definiert einen Mindestabstand von 500 Metern zu so genannten Schutzobjekten. Dies ermögliche es, vorübergehend auf Eis gelegte Bebauungsplanverfahren etwa für Wohnraum wieder aufzugreifen und schaffe zugleich Planungssicherheit für die Unternehmen im Industriepark. Dabei unterstrich der Oberbürgermeister dessen herausragende wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt: „Hier entstehen Konzepte für Zukunft, für nachhaltige Technologien, für eine digitale Zukunft und für die Energiewende.“ red

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