26. September 2018

Kulturreise in den Vogelsberg

Der Kultur- & Förderkreis besuchte die Romantische Burgenstadt Schlitz

Das rote Haarnetz war Pflicht für die Führung durch die „Schlitzer Destillerie“. Fotos: Krüger

Am Morgen des 22. September 2018 trafen sich die 50 Teilnehmer zu der vom Kultur- und Förderkreis Frankfurt-Sossenheim, kurz Kufö, veranstalteten Tagesreise auf dem Kerbeplatz. Am Reisebus der Firma Jochen Winter wurden sie von der Organisatorin der Reise, Gabi Timmas und dem Vorsitzenden des Kufö, Franz Kissel, begrüßt.

Die 50 Teilnehmer wurden von Gabi Timmas, 3. von rechts und Franz Kissel, rechts, begrüßt.

Pünktlich um 9 Uhr ging die Busreise in den Vogelsberg los. Am Lenkrad saß Firmenchef Jochen Winter persönlich. Er und Gabi Timmas stimmten die Reiseteilnehmer ein, gaben Verhaltensregeln bzw. schilderte Gabi Timmas nochmals den geplanten Reiseverlauf. Kurz gesagt, alles klappte „wie am Schnürchen“ und wie geplant. Kurz vor 11 Uhr traft man in der Burgenstadt Schlitz ein, bekannt auch als Stadt mit der größten Adventskerze im Bereich des alljährlichen Weihnachtsmarkts.

Zunächst war eine Stadtführung durch die historische Altstadt und entlang der „Ringmauer“ geplant. Am Burgmuseum erwarteten Stadtführerin Hannelore Thies und ihre Kollegin die Reisegruppe. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es zum „Vorderburger Brunnen“ und von dort an der „Vorderburg“ vorbei entlang der Stadtmauer zur „Evangelischen Stadtkirche“. Hier erzählten die Stadtführerinnen sehr viel über Kirche und Reformation, über Ritter und Burgherren, über Rituale und Grabsteine und natürlich auch darüber, wer alles in der Gruft der Kirche beigesetzt wurde. Interessante Einblicke in das Geschehen seit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Jahre 812.

Durch die fünf Burgen und einen Burgenring mit einer Ansammlung von Herrenhäusern, Türmen und Burgen und die vielen Fachwerkhäuser ist Schlitz weit über Hessen hinaus bekannt. Die „Herren von Schlitz“, genannt „von Görtz“, herrschten hier viele Jahre, was sich nach Einführung der Reformation 1546 und als Folge des „Dreißigjährigen Krieges“ gravierend änderte. Am Marktbrunnen auf dem Marktplatz mit seinem prägnanten Kopfsteinpflaster, umgeben von schönen Fachwerkhäusern und nahe dem „Niedertor“ endete die sehr interessante Führung.

In Schlitz scheint die Zeit stehengeblieben.

Mit vielen neuen Eindrücken ging es zum Mittagessen in die „Altdeutsche Gaststätte Braustübchen“. Alle waren danach gut gestärkt und bereit für etwas „für ‘n Magen“. Nach 15-minütigem Fußweg gelangte man zur „Schlitzer Destillerie“. 1585 gegründet, gilt sie als älteste Brennerei Deutschlands. Hier war eine „Führung mit Verköstigung“ reserviert.

Einkehr in die „Altdeutsche Gaststätte Braustübchen“ zum Mittagessen.

Mit roten Haarnetzen ausgestattet folgte die Gruppe Brennermeister Gottfried Ickler. „Wir sind eine zertifizierte Schnapsbrennerei, da muss das sein“, erklärte Gottfried Ickler und wie auch weiterhin sehr humorvoll und teilweise überschwänglich, was im Moment gerade verarbeitet und destilliert wird. Vom Obstbrand über Edelobstbrände, Korn und Burgenkümmel, Kräuter- und Fruchtlikören bis hin zum Burgen Wodka und Slitisian Single Malt Whisky, wird hier alles hergestellt, was den Freund guter Brände interessiert. Und anschließend durfte auch alles probiert, und gekauft werden.

Der Reisebus kam und machte zum gemeinsamen Abendessen Station im „Landgasthaus Jägerhof“ in Lauterbach-Maar. Hier wurde ein Büffet aufgebaut, das ganz überwiegend mit Wurstspezialitäten aus eigener Herstellung bestückt war. Der Jägerhof sagt von sich, „wir sind nicht nur Hotel und Restaurant, sondern auch eine kleine handwerkliche Wurstmanufaktur“. Also das muss man sagen, es wurde kräftig „reingehauen“. Die zweite Vorsitzende des Kufö, Regina Opelt, bedankte sich mit einem Präsent bei Gabi Timmas für die sehr gelungene Tagesreise, „wir nehmen sehr viele bleibende Eindrücke mit zurück nach Sossenheim“. Um genau 21:37 und damit in der Zeit, stieg der letzte Teilnehmer an der letzten Station auf dem Kerbeplatz aus dem Reisebus. mk

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