27. März 2018

Viel Kritik und noch mehr Fragen

Zahlreiche Bürger kamen zur Informationsveranstaltung der RTW-Planungsgesellschaft

Die Mitarbeiter der RTW-Planungsgesellschaft wurden mit Fragen seitens betroffener Bürger regelrecht bombardiert. Foto: Mingram

Die frühe Bürgerbeteiligung sei bei den Planungen für die RTW ein fester Grundpfeiler, betonte Horst Amann, Geschäftsführer der RTW Planungsgesellschaft, bei der Informationsveranstaltung im BIKUZ am 19. März. Etwa 160 Bürger waren der Einladung zu Information und Austausch über den Planfeststellungsabschnitt Mitte gefolgt.

Zur Diskussion standen die veränderten Planungen für den Streckenverlauf der heiß diskutierten Bahn, die Bad Homburg, durch den Taunus, den Frankfurter Westen und den Flughafen, mit Dreieich-Buchschlag verbinden soll. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling geht davon aus, dass an der Realisierung der RTW an sich nicht mehr zu rütteln ist. Der Nutzen liegt auf der Hand und wird kaum bestritten. Hohe Wellen schlagen jedoch die Diskussionen über Streckenverlauf und Haltestellen.
Wohl wissend, dass neben zahlreichen gemeinsamen Interessen auch viele individuelle Problem- und Fragestellungen aufs Tapet gebracht werden würden, hatten die Veranstalter große Schautafeln aufgestellt, anhand derer die Anwesenden ihre eigenen Wohnungen und Grundstücke in Bezug zum geplanten Streckenverlauf setzen konnten. Es scheint, als habe man bei der RTW Planungsgesellschaft einiges an Hausaufgaben erledigt, denn die neuen Planungen sehen deutliche Verbesserungen vor.
In der Tat könnte beispielsweise der Verzicht auf den Neubau von Gleiskörpern durch die Mitnutzung der vorhandenen Schienenstränge der Taunusbahn viel von den gefürchteten Belästigungen durch Bauarbeiten hinfällig machen. Die Idee, die RTW unter die Betriebsordnung für Straßenbahnen anstatt unter die für die Eisenbahn zu stellen, brächte weitere Vorteile wie Fußgängerüberwege anstatt Unter- oder Überführungen, kürzere Schließzeiten der Schranken oder bessere Ausnutzung von Kurvenbereichen – insgesamt also weniger Baumaßnahmen und dadurch auch weniger Opfer von privaten Grundstücken.
Am Bahnhof Sossenheim sollen laut RTW-Planern – trotz stärkerer Zugfrequentierug – weniger Wartezeiten am Übergang Sossenheimer Weg entstehen, die Abstände der Gleise zu den Häusern würden wesentlich größer als nach bisheriger Planung. Hoffte Oesterling in dieser Angelegenheit auf Akzeptanz in der Bevölkerung, sah er sich jedoch bei der Veranstaltung mit viel Skepsis konfrontiert. „Theorie und Praxis!“ schallte es aus den Reihen.
Mit einer Wahrscheinlichkeit, dass die Deutsche Bahn für diese Ideen ihr OK gibt, von 80 Prozent ist kaum jemand wirklich zufrieden. Der ohnehin schon enorme Parkdruck, vor allem in den Sossenheimer Siedlungen, macht vielen Bürgern Sorgen. Werden die neuen Haltestellen nicht noch mehr Verkehr anziehen? Auch dass Gutachten über geforderte Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen entscheiden sollen, sorgte für Unmut. Doch Klaus Oesterling gab, bei aller Dialogbereitschaft, unumwunden zu, man könne nicht jeden einzelnen Betroffenen zufrieden stellen. mi

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