27. Oktober 2017

Einen bedeutenden Frankfurter Maler wiederentdecken

Eine Ausstellung im Jubiläumsjahr des Kultur- und Förderkreises mit Werken von Wilhelm Runze

Gesteigertes Medieninteresse für einen großen Künstler. Foto: Krüger

In Kooperation mit der Frankfurter Volksbank und dem Kurator Rolf Anthes stellt der Kultur- und Förderkreis Frankfurt-Sossenheim, Kufö, vom 3. bis 21. November Werke des bekannten Frankfurter Kunstmalers Wilhelm Runze aus. Die Ausstellung wird am 3. November, um 18.00 Uhr, mit einer Vernissage im Foyer der Frankfurter Volksbank, Westerbachstraße 300, eröffnet. Kunstinteressierte sind zu dieser Eröffnung herzlich eingeladen oder können die Ausstellung während den normalen Banköffnungszeiten besuchen.

Wilhelm Runze 1967. Foto: Kufö

Wilhelm Runze, geb. am 4.6.1887 und verst. am 6.11.1972, lebte und arbeitete in Frankfurt am Main. Er besuchte die Städelschule und war hier Schüler von W. A. Beer. Weiter studierte er an der Akademie der Bildenden Künste München und auch an der Akademie Colarossi in Paris. Er reiste zum Malen nach Skandinavien, London oder Paris und wurde zum Kreis um Chagall gezählt.

Runze war zunächst ein Anhänger der Romantik, was sich vor allem in seinen Landschaftsbildern in der Zeit von 1920 ausdrückte. Schließlich wandelte er seinen Stil hin zum Expressionismus, ohne jedoch ins Extreme zu verfallen. Er proträtierte unter anderem die Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Walter Kolb. Beide Porträts hängen in der Wandelhalle vor dem Ratssaal im Frankfurter Rathaus Römer. Sehr oft malte er auch die ehemalige Schirn und das Fahrtor in Frankfurt. Im Krieg porträtierte er Soldaten. Durch den Brand seines Hauses verlor er zahlreiche Kunstwerke und verarmte. Er lebte nach dem Krieg in einer 1-Zimmer Notwohnung, zusammen mit seiner Frau und seinen Malutensilien. Bilder Runzes wurden seit den 70er Jahren in Frankfurt zum Preis von umgerechnet mehreren Tausend Euro versteigert. So etwa ein Porträt von Adolf Stoltze oder ein Gemälde der Schirn. 1982 gab es eine Gedächtnis-Ausstellung in der Galerie der Heusenstamm-Stiftung.

Wilhelm Runze wohnte die letzten sechs Jahre vor seinem Tod in der Carl-Sonnenschein-Siedlung in Frankfurt-Sossenheim. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof an der Siegener Straße. Als der Kultur- und Förderkreis im Jahr 2014 hörte, dass das Grab abgeräumt werden soll, vereinbarte er mit der Stadt, die Pflege des Grabes zu übernehmen. Mit dieser Patenschaft wollte und will der Verein den Künstler und sein Wirken in Erinnerung halten. Wir berichteten damals.

Als Rolf Anthes, Besitzer zahlreicher Kunstwerke von Wilhelm Runze und versierter Kunstkenner, von dieser Aktion des Kufö las, bot er spontan an, als Kurator für eine Ausstellung zur Verfügung zu stehen. So ist es dem Kufö gelungen, im Jahr seines 20-jährigen Bestehens diese Ausstellung auf die Beine zu stellen, zu der sechs weitere Privatleute Exponate zur Verfügung stellen. In einer Pressekonferenz vor Beginn dieser Ausstellung wies Rolf Anthes auf das umfangreiche Schaffen des in seinen Augen überragenden Künstlers hin, „er hat als Grundlage für sein Wirken das Zeichnen gelernt und konzentrierte sich in seinen späteren Werken auf das Wesentliche“. Und weiter sagte er, „die Ausstellung ist nicht nur für Kunstkenner, sondern auch für interessierte ‚Normalbürger‘ interessant“. Der Eintritt ist frei.

Am 11. November, 10.00 Uhr, bietet der Kufö eine Führung durch die Ausstellung an. Eine Anmeldung bitte an die Geschäftsstelle richten. Telefonisch unter 069 342201 oder per Email: franz.kissel@kultur-ffm-sossenheim.de. Info auch unter: www.kufö.de. mk

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