25. Januar 2017

Ein Priesterleben in Sossenheim

Pfarrer Alois Krause verstorben – 28 Jahre in St. Michael

Am Dienstag vergangener Woche ist der langjährige Sossenheimer Pfarrer Alois Krause verstorben. Im April hätte er sein 90. Lebensjahr vollendet. Die Beisetzung fand bereits am Montag an seinem Altersruhesitz in Fulda statt.

„Wir wussten schon lange, dass er krank war und nicht mehr aufstehen konnte“, heißt es in einer Würdigung der katholischen Pfarrei St. Michael. Am 11. April 1927 wurde Alois Krause geboren. Noch 1945 wurde er für das Militär rekrutiert und kam in russische Gefangenschaft. Nach seiner Erzählung hat er damals geschworen, Priester zu werden, wenn er die Gefangenschaft lebend übersteht.
Nach dem Studium und verschiedenen Stellen als Kaplan kam er 1967 nach Sossenheim. Pfarrer Alois Krause hat 1967 mit der Übernahme der Pfarrei St. Michael in Sossenheim seine erste Pfarrerstelle angetreten und blieb bis zu seiner Pensionierung Ende August 1995 Pfarrer dieser Gemeinde. Als er sein Amt übernahm, war der Grundstein für den Kirchenneubau gerade gelegt worden und er war gleich zu Beginn mit dieser großen Baumaßnahme in einer wachsenden Gemeinde konfrontiert.
1974 wurde unter Pfarrer Alois Krauses Regie das Gemeindehaus gebaut und die Gemeindemitglieder hatten einen Ort der Begegnung, der bis heute genutzt wird. Viele Gruppen und Kreise treffen sich hier regelmäßig und für viele Gemeindemitglieder ist das Gemeindehaus wie eine zweite Wohnung.
Im Gemeindehaus fanden auch viele Veranstaltungen statt, die er so sehr liebte. Er war ein begeisterter Fassenachter und ging auch selbst „in die Bütt“. Er war Mitglied im Tanzkreis und die Begleitung der Gruppen wie Familienkreis und Senioren waren ihm ein Anliegen.
Die Jugendgruppen hatten es nicht immer leicht mit Alois Krause, aber den Kindern in der Gemeinde gehörte sein Herz. In Kindergottesdiensten hat er auf verständliche Weise den Glauben vermittelt, die Erstkommunion mit Liebe vorbereitet und zu seinem Ortsjubiläum 1992 wurde auf seinen Wunsch hin die Krippe angeschafft, die auch heute noch viele Bewunderer anzieht. Auch die von Pfarrer Krause geführten Bibelkreise waren gut besucht und haben vielen Menschen zum besseren Verständnis ihres Glaubens verholfen.
Zum Ende seiner Amtszeit ahnte Alois Krause bereits, dass es langfristig nicht sicher sei, ob Sossenheim einen eigenen Pfarrer haben werde. Daher machte den Gremien klar, dass die Gemeinde nur dann als Gemeinde bestehen bleiben könne, wenn die Gemeindemitglieder die Gestaltung selbst in die Hand nehmen würden. Vor allem im Verwaltungsrat drängte er darauf, dass die verwaltungstechnischen und finanziellen Abläufe von den Laien selbst organisiert werden konnten. „Dafür sind wir bis heute dankbar“, sagt Lieselotte Bollin, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats.
Nach seiner Pensionierung zog Pfarrer Alois Krause nach Fulda zu einer befreundeten Familie. So konnte er seinen Lebensabend im Kreise von Freunden verbringen. Im Sonntagsgottesdienst am 29. Januar um 9.15 Uhr gedenkt die Pfarrei St. Michael ihres langjährigen Pfarrers im Gebet. red

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