20. Januar 2017

Versuch gescheitert

CDU, SPD und der Magistrat wollen die Einbahnstraßen in Sossenheim wieder umdrehen

Die geänderte Verkehrsführung bereitet auch der Müllabfuhr große Probleme. Foto: Krüger

CDU und SPD haben im Ortsbeirat 6 einen gemeinsamen Antrag zur Abstimmung gebracht, in dem sie die Beendigung des Verkehrsversuchs im Bereich rund um Schaumburger- und Westerwaldstraße beantragen und die Wiederherstellung der alten Verkehrsführung vorschlagen.

Der Sossenheimer Verkehrsversuch ist demnach gescheitert. Mit dem Ziel, den Durchgangsverkehr zu verringern und die Raserei in den Straßen zu unterbinden, startete vor etwas mehr als einem Jahr ein Verkehrsversuch, bei dem die Einbahnstraßenregelungen in der Schaumburger Straße und in der Westerwaldstraße verändert wurde. In den Monaten des Verkehrsversuchs haben die betroffenen Anwohner zwar auch von einer Beruhigung des Verkehrs in der Schaumburger Straße und in der Westerwaldstraße berichtet, allerdings gab es auch massive Beschwerden, da manche Probleme noch verstärkt wurden, wie die Verkehrsgefährdungen durch Falschparker und das Fahren gegen die Einbahnstraße.
Aufgrund zahlreicher Hinweise gab es auch Anpassungen, beispielsweise wurde noch eine neue Einbahnstraßenregelung in der Marienberger Straße eingeführt. Aber die Probleme konnten nicht gelöst werden.
In der nun vorliegenden Stellungnahme des Magistrats wird dargelegt, dass es zwar tatsächlich zu Abnahmen der Verkehrsmengenanteile in der Westerwaldstraße und in der Montabaurer Straße kam, aber die Entlastung in den beiden Straßen vor allem zu Lasten der bisher wenig belasteten Straße „Auf der Schanz“ geht. Eine Reduzierung der Verkehrsmenge wurde demnach nicht erreicht. Es kam vielmehr zu einer Verlagerung des Verkehrs innerhalb des Untersuchungsgebietes.
Die Empfehlung des Magistrats sieht entsprechend auch eine Wiederherstellung der Verkehrsführung vor dem Verkehrsversuch vor. Dies deckt sich mit dem Wunsch vieler Anwohner, die bereits Unterschriften hierzu gesammelt haben. Zwischenzeitlich wurde eine Unterschriftenliste mit mehr als 100 Unterschriften übergeben, in der die Rückkehr zur alten Verkehrsführung gefordert wird.
Damit sich der Ortsbeirat abschließend ein Bild zur tatsächlichen Veränderung der Verkehrsmenge in dem Bereich während des Versuchs machen und gegebenenfalls Rückschlüsse für künftige Maßnahmen ziehen kann, ist noch eine detaillierte Aufstellung notwendig. Anhand der vorliegenden Stellungnahmen ist nicht ersichtlich, inwieweit sich die Verkehrsmengen tatsächlich verändert haben; so stellt sich beispielsweise die Frage, ob die 100 Prozent Gesamtmenge des gezählten Verkehrs vor Start den 100 Prozent am Ende entsprechen.
Deshalb fordern CDU und SPD eine stärkere und regelmäßige Überwachung in dem Bereich des Verkehrsversuchs, um eine Verkehrsgefährdung durch verbotswidrig parkende Fahrzeuge und Geschwindigkeitsübertretungen zu verringern. Außerdem sollten die Ergebnisse der Verkehrszählungen dem Ortsbeirat im Detail vorgestellt und zur Verfügung gestellt werden. mk/red

2 Gedanken zu „Versuch gescheitert

  1. Es war zu erwarten, dass der Verkehrsversuch scheitert, da er meiner Meinung nach falsch aufgesetzt wurde. Den aus meiner Sicht sinnvolleren Ansatz habe ich in meinem vorherigen Leserbrief vom 9. Oktober geschildert. Auch habe ich die Empfehlung gegeben, nach Ende der Erprobungsphase nicht wieder auf den Status Quo Ante zurückdrehen, sondern auf die Option B umzustellen, um die errechnete Wirksamkeit im Alltag zu überprüfen. Diese Empfehlung möchte ich nochmals nachdrücklich in die Diskussion einbringen. Natürlich wird es schwer sein, die absolute Anzahl der Autos zu verringern. Aber es ist möglich, durch geeignete Straßenführung die Geschwindigkeit zu verringern. Und damit wäre sicherlich schon viel geholfen. Was sollte uns also abhalten, einen weiteren Versuch zu wagen?

  2. Am Donnerstag, den 23.3.2017 um 18.00 Uhr, laden die Grünen im Frankfurter Westen zu einem Ortstermin Ecke Schaumburger/Michaelstraße ein.
    Es geht darum, die Schaumburger Straße langfristig sicherer zu machen.
    Die Schaumburger Straße ist eigentlich zu schmal für LKW.
    Wenn trotzdem LKW durch die Schaumburger Straße fahren, wird
    es gefährlich auf den Bürgersteigen. Die LKW benutzen die
    Bürgersteige mit, wer zu Fuß unterwegs ist, muss sehr
    vorsichtig sein. Welche Möglichkeiten gibt es, das zukünftig zu verhindern?

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