18. August 2016

Lektüre zum Nulltarif

Auch Sossenheim hat seit Ende Juli einen Bücherschrank

Die drei Bücherschrank-Paten Marion Weber (links), Peter Donath und Brigitte Stark-Matthäi betreuen den Inhalt ihres Schützlings. Foto: Mingram

An der Einmündung der Sossenheimer Riedstraße wurde am 29. Juli der lange ersehnte Bücherschrank eingeweiht. Die neueste Errungenschaft des Stadtteils konnte viele Besucher verbuchen. Vorgenommen wurde diese Aktion von Susanne Serke (CDU).

„Meine erste Bücherschrank-Einweihung“, freute sich die frisch gebackene Vorsteherin des Ortsbeirates 6. Wenn es nach ihr gehe, müsse es nicht die letzte Einweihung dieser Art gewesen sein. Bereits vor dem Amtsantritt von Susanne Ronneburg, nämlich seit 2013, stand die Idee eines Bücherschrankes für Sossenheim beim Ortsbeirat im Raum.
Die Finanzierung des 6.000 Euro teuren Schrankes aus dem Etat des Ortsbeirates war schnell beschlossen. Doch es gab bereits eine lange Warteliste. Schwierig war auch die Suche nach dem idealen Standort. Gegenüber dem Familienzentrum und zudem direkt am Schulweg zur Dürer-Schule gelegen, wurde der richtige Platz nun gefunden, darin waren sich alle Anwesenden einig.
Schon im Laufe seiner ersten Befüllung erfüllte der mit einem soliden Fundament versehene Bücherschrank seine künftige Aufgabe. Anschauen, stöbern, leihen, tauschen oder einfach mitnehmen – Hauptsache Lesen lautet das Motto der flächendeckend in ganz Frankfurt aufgestellten, mit bruchsicherem Glas versehenen Schränke, die ein wenig an die Telefonzellen von einst erinnern.
Als Paten haben Brigitte Stark-Matthäi, Marion Weber und Peter Donath für genügend Futter gesorgt und einige Besucher schleppten ebenfalls zu Hause aussortierte Bücher heran. Marion Weber konnte an diesem Tag obendrein eine 100-Euro-Spende für den Förderverein der Stadtteilbibliothek „Bücherwurm“ vom Volkshausverein entgegennehmen. Aus dessen Quelle wird nämlich in nicht unerheblichem Maße der Bücherschrank gespeist.
Die drei Paten kümmern sich in Zukunft um ein ausgewogenes Verhältnis der Buchthemen und einen guten Zustand des Schrank-Inhaltes. Um die Vielfalt der Buchtitel zu verdeutlichen, stellte Peter Donath gleich zu Beginn ein Exemplar der hessischen Verfassung in den Schrank. Bildung ist bei allem Unterhaltungswert nämlich keineswegs ausgeschlossen. Das inspirierte einen Bewohner aus der Nachbarschaft: „Die Straßenverkehrsordnung – die muss dringend mal wieder unter die Leute.“ Für den öffentlichen Bücherschrank trennte er sich gerne von seiner Ausgabe.
Schließlich, so begründete der 66-jährige Wahl-Sossenheimer diese spontane Trennung, habe er erst kürzlich seine Kenntnisse in Begleitung eines Fahrlehrers unter Beweis gestellt. „Ich fragte mich angesichts der Zustände auf unseren Straßen  und Gehwegen  immer öfter, ob die früher gelernten Regeln  überhaupt noch gelten.“ Im Laufe der nächsten Tage erfreute sich das Bücherangebot bereits regen Interesses – und auch die Straßenverkehrsordnung war bald aus dem Regal verschwunden. mi

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