31. Mai 2016

Kommunalpolitiker mit Leib und Seele

Dr. Rudolf Hartleib erzählte auf dem „Roten Sofa“ aus seinem Leben

Dr. Rudolf Hartleib (rechts) war zu Gast auf dem roten Sofa bei Yilmaz Karahasan. Er erzählte aus seinem Leben als Student, Richter und Kommunalpolitiker. Foto: Krüger

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Frankfurter Bundes für Volksbildung saß am 24. Juni diesmal Dr. Rudolf Hartleib auf dem „Roten Sofa“ bei Yilmaz Karahasan im Sossenheimer Stadtteilzentrum der AWO.

Die interessierten Gäste erfuhren viel über den Gast auf dem „Roten Sofa“. Er ist ein Unterliederbacher und sei, wie er mit einem Lächeln bedauert, in Höchst geboren. „Ein kleiner Makel“, wie er sagt. Und er wohnt seit 1943 in dem Haus am Sossenheimer Weg, in dem er auch heute noch lebt und das früher von Feldern umgeben war.
Rudolf Hartleib erinnerte sich an die Schulspeisung in der Walter-Kolb-Schule und deren Einweihung durch den damaligen Oberbürgermeister Walter Kolb. Schon der Vater, gelernter Schreiner, war Sozialdemokrat. Rudolf Hartleib ging von der Volksschule ins Gymnasium und machte Abitur. Er absolvierte ein Jurastudium an der Goethe-Universität in Frankfurt und machte 1968 sein Examen. „Lehrer wollte ich nicht werden, da hab ich Jura studiert“, so der Mann auf dem roten Sofa. Er erlebte hautnah die Zeiten der Demonstrationen in Frankfurt und sah, wie Polizisten mit Eiern beworfen wurden: „Da hatte ich ein gewisses Verständnis für ihr hartes Vorgehen gegen Demonstranten.“
Später war er als Richter am Höchster Amtsgericht tätig, wechselte zum Frankfurter Oberlandesgericht, wurde hier Vorsitzender Richter und war für Familiensachen zuständig. Was die Politik angeht, hatte er sich für die SPD entschieden. Gefragt nach dem Warum antwortet er: „Nicht nur einfach daneben stehen, man muss mitmachen.“ Und er sagt weiter: „Ich war und bin heute mit Leib und Seele Kommunalpolitiker.“
Nach Frankfurt habe es ihn nie gezogen. Er war im Ortsverein der SPD, im Ortsbeirat, war Ortsvorsteher und schließlich Vorsitzender des Ortsbeirates im Frankfurter Westen. Er initiierte die Bürgerfragestunde und erklärt mit einem Augenzwinkern: „Wir haben den Höchster Schlossplatz zur atomwaffenfreien Zone erklärt, das ist noch heute so.“ Das erzeugte Lacher unter den Zuhörern.
Weiter berichtet er, dass er eine Frau habe, eine Tochter und zwei Enkelkinder. Er betreibe Sport, Basketball und gehe heute noch einmal die Woche zum Training. Er habe in seinem Leben zahlreiche Reisen gemacht und viele Länder gesehen.
Auf die Frage, wie er die Flüchtlingssituation einschätzt, auch im Verhältnis zur Türkei, sieht er keine Patentregelung für die derzeitige Situation. Hartleib sieht aber die derzeitige Situation und die vorherige Entwicklungspolitik sehr kritisch, weil „viele Versäumnisse aufzuarbeiten sind“. Daher sein Appell zum Abschluss: „Nicht resignieren, sondern in die richtigen Strukturen bringen.“
Es gab herzlichen Applaus und Yilmaz Karahasan bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei seinen Gast auf dem „Roten Sofa“. mk

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