14. April 2016

Weckruf für den Verkehrsdezernenten

JU fordert Verkehrskonzept für Sossenheimer Gewerbegebiet

Die Junge Union Frankfurt-West (JU) fordert ein Verkehrskonzept für das Gewerbegebiet rund um die Wilhelm-Fay-Straße.

Betroffen sind vor allem die Zubringerstraßen und die Ausfahrten der A648 zur Westerbachstraße, die laut JU der Zunahme des Berufsverkehrs nicht gewachsen sind. Diese sind zu den Hauptverkehrszeiten deutlich überlastet, so dass sich der Verkehr regelmäßig zurückstaut. Vor allem der Lieferverkehr leidet unter diesen erschwerten Bedingungen.
Das macht die JU am Beispiel des Sossenheimer Unternehmens Bollin fest. Die Firma habe ein von der Stadt angebotenes Areal in der Wilhelm-Fay-Straße mit der Begründung abgelehnt, dass sich die schlechte Verkehrssituation auf eine schnelle Auslieferung – beispielsweise zum Flughafen – negativ ausgewirkt hätte. Die Armaturen-Firma zieht demnächst von Sossenheim nach Oberursel.
„Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass nicht der Gewerbesteuersatz zu dieser Entscheidung geführt hat, sondern ein Versäumnis in der Verkehrsplanung, auf das wachsende Industriegebiet zu reagieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der JU. Mit der Firma Bollin verliere die Stadt Frankfurt einen produzierenden und ausbildenden Fachbetrieb. „Für die Angestellten wird sich wenig ändern, aber für zukünftige Auszubildende aus den angrenzenden Stadtteilen rund um Sossenheim wird Bollin vermutlich als erste Wahl für einen Ausbildungsplatz wegfallen“, so Kevin Bornath, der Vorsitzende der JU West.
Damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen Entscheidungen kommen muss und die Gesamtsituation an der Westerbachstraße verbessert werden kann, ist es nach Meinung der JU notwendig, dass der Frankfurter Verkehrsdezernent „wirksame Maßnahmen ergreift“, um die Situation vor Ort zu verbessern.
Die wirksamste Maßnahme sei die direkte Anbindung des Gewerbegebietes an das Autobahnnetz. Hierzu gebe es einen gemeinsamen Vorschlag der Bürgerinitiative „Westerbachstraße“ sowie der CDU-Verbände aus Sossenheim und Rödelheim. Diesen gelte es ernsthaft zu prüfen. Zusätzlich ist die Möglichkeit einer Bus- und Fahrgemeinschaftsspur in den kritischen Verkehrszeiten zu prüfen, wie bereits von Ortsbeirätin Susanne Ronneburg (CDU) in einem Antrag vorgeschlagen wurde.
Weiter heißt es in der JU-Mitteilung: „Der Wegzug Bollins ist ein Weckruf an das Verkehrsdezernat, dass hier reagiert werden muss, um Sossenheim als Wirtschaftsstandort attraktiv zu wahren.“ Daher erwarte die Junge Union Frankfurt-West von den verantwortlichen Stellen eine „intensive Beschäftigung“ mit dieser Problematik. red

8 Gedanken zu „Weckruf für den Verkehrsdezernenten

  1. Der Fehler war schon damals gemacht worden, als man das Gewerbegebiet gegründet hat, ohne sich um die Anbindung des öffentlichen Verkehrs zu kümmern. Wichtig war schon damals: Erst einmal positiv in die Schlagzeilen zu kommen. Alles andere ergibt sich dann von selbst. Das gilt für alle Parteien.
    Im Nachhinein will natürlich keiner dazu stehen, was er früher versaubeutelt hat
    W. Schwarz Sossenheim

  2. Durch den Umbau der Kreuzung Westrrbach Strasse profitieren wir Anwohner.Sehr bedauerlich ist es das die Firma Bollin sich für den Standort Oberursel entschieden hat.Die Anbindung ist auch nicht besser zum Flughafen als von Sossenheim.
    Das Verkehrsproblem ist nicht das kleine Gewerbegebiet Sossenheim sondert das wachsende,expandierende Eschborn. Dort gibt es in Kürze 300 Arbeitsplätze aber man nutzt die bestehenden Anbindungen von Frankfurt West. Hier sollte man mal ansetzen und Co-operieren.

  3. Ich bin gespannt ob der Kreuzungsumbau auch Entlastung in der Rush Hour bringt. Auf der Westerbachstr ist immer genug Stau, auch ohne den Verkehr der von der Wilhelm Fay Str, also auch aus Richtung Eschborn, dazustößt.
    Es ist einfach zu viel Verkehr auf zu wenig/zu kleinen Straßen. Zusätzliche Auffahrten auf A66, A5 oder L3005 bringen aus meiner Sicht auch nix, weil meistens der Stau auf genau auf diesen abfließenden Straßen schuld am Stau ist. (Außer im Moment. Da sind die Autobahnen abends frei und alles steht in Eschborn. 6 Busse der Linie 55 in einem Kilometer Stau)

  4. Es wäre allerdings auch angebracht, wenn die Polizei mal öfters die Umleitungsstrecke kontrollieren würde. Der Flurscheideweg ist über den Zeitraum der Baumaßnahmen als Einbahnstraße ausgewiesen. Trotzdem fahren mindestens 100 Fahrzeuge pro Tag gegen die Fahrtrichtung, deren Fahrer öfters auch noch sehr ungehalten reagieren (vornehm ausgedrückt), wenn man sie darauf anspricht.

  5. Anscheinend ist es bequemer, Parksünder in Sossenheim ein Knöllchen zu verpassen. Langsam kommt man sich wie ein Depp vor, wenn man regelgerecht die Umleitung fährt.

    1. Heute standen die „echten“ Cops gegen 11 Uhr im Flurscheideweg und haben gestoppt. Würde vermuten, dass die in der abendlichen Rush Hour mehr Beute gemacht hätten. Fahren gegen die Einbahnstraße kostet auch nur 25 Euro. Ist meiner Meinung nach viel zu wenig…

  6. Da gibt es deutlich mehr Probleme die einer Lösung bedürfen.
    !.
    Siegerstraße Richtung Eschborn, zu Gunsten der Ausfahrt von Wiesbaden kommend wurde der Fußweg kurzerhand gestrichen und zur Fahrbahn erklärt.
    Fußgänger und Radfahrer müssen in den Schlamm bei Regen ausweichen damit auf ca 50 m zwei Fahrspuren vorhanden sind.
    2.
    Michael-./ Schaumburger-. / Westerwald.-. Marienberger Str. noch Immer fahren sehr viele KFZ wie sie wollen entgegen der Einbahnstraßen.
    3.
    Die Michael Straße ist von der katholischen Kirche bis zur Westerwald Straße absolutes Halteverbot!
    Ja, dort steht kein entsprechendes Verkehrsschild!
    Aber das Halten mit einem Rad auf dem Bürgersteig ist grundsätzlich Verboten wenn dies nicht durch ein entsprechendes Hinweisschild gekennzeichnet ist.
    Auch mit dem illegalen Parken auf dem Bürgersteig ist der Vorgeschriebene Freiraum auf der Fahrbahn von 3,0 m nicht vorhanden. Somit absolutes Halteverbot.
    Die Feuerwehr, der Rettungsdienst ebenso wie das Amt Für Abfallwirtschaft (heutige FES) dürfen aus gutem Grund mit den Schwer- Fahrzeugen (wie auch der Liefer verkehr) nicht über die Bürgersteige ausweichen weil dadurch Schäden mit entsprechenden Folgekosten für den Anwohner entstehen.
    Diese Fahrzeuge haben eine Fahrspurbreite von 2,5 m + Spiegel.
    Im Vergleich ein Golf 2 1,7m bei eingeklappten Spiegeln.
    Da sollte man mal Pfosten hinstellen wie in der Lindenscheid Straße 🙂
    @Wolfgang Schwarz
    die Problematik mit der fehlenden Verkehrsanbindung wurde schon Anfang der 70 er im Ortsbeirat angesprochen. (ich habe entsprechende Dokumente der Planung- Anfrage an die Bundeswehr, das Gaswerk, die Deutsche Post und die amerikanisch Besatzungsmacht zur Vorplanung des heutigen Gewerbegebietes). Auch die dilettantische Ausführung der Zufahrt zur Eiserfelder Str. wie sie heute Ausgeführt wurde ist damals angesprochen worden.
    Zu diesem Thema fällt mir ein das es „Gut“ ist dass der 50 er Bus nur in kurzer Version fährt.
    Wenn die Gießener Kollegen mit Gliederbuss also 18 m von der A 648 in Richtung Sossenheim abfahren müssten hätte das Straßenverkehrsamt die Lichtzeichenanlage sicherlich schon mehrfach ersetzen müssen obwohl diese erst ein paar Wochen steht.
    Zulieferer zur Fa. Bollin mit Gliederzug oder Sattel haben deutliche Probleme.
    Von anderen Anliegern und Lieferanten mal zu schweigen, Auto Klein bekommt ja hin und wieder auch einmal ein paar Audi`s oder VW`s geliefert.

    Mal die Idiotische Rechtsbeugung der Straßenverkehrsbehörde zur Freigabe zum Fahren mit dem Fahrrad entgegen der Einbahnstraße zu schweigen.

    Per Definition, wo ist der Sinn einem Radfahrer das einfahren in eine Einbahnstraße zu wegehren deren Fahrspur Breite gerade einmal der eines PKW entspricht geschweige den eines LKW (Feuerwehr oder Rettungswagen)

    Aber Radfahrer dürfen diese Abkürzung von in der Regel 30 m nutzen um entgegen der Einbahnstraße zu fahren.

    Ich selbst fahre leidenschaftlich gerne mit dem Rad!
    Immer auf der Straße in Fahrtrichtung den von PKW und LKW oder Buss darf ich nur überholt werden wenn dieser min. 1,5m Abstand zu mir einhalten kann.

    Im Begegnungsverkehr in der klassischen Einbahnstraße sind es nur wenige Zentimeter weil die Radfahrer nicht erkennen das sie „Falsch“ fahren auch wenn die STVO dies erlaubt.

    ? Soll ich mit dem PKW oder LKW rückwärts fahren weil mir ein uneinsichtiger Radfahrer in einer Einbahnstraße entgegen kommt?

    Denn als Stärkerer bin ich im Falle eines Unfalls zu 100% immer Schuld.

    Gemein, aber Wahr.

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