Gesunde Mahlzeiten zu einem Preis von maximal 1,50 Euro pro Portion – täglich mittags und abends, gut erreichbar und barrierearm für alle Menschen im Stadtteil: Die Linke hat in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats 6 ihren Antrag „Stadtteilküchen für den Frankfurter Westen“ eingebracht. Mit einer Mehrheit der Stimmen von Linken, SPD, Grünen und Volt wurde er gegen die Stimmen von AfD, CDU und FDP angenommen.
Der Antrag fordert die Prüfung von Standorten für kommunale Stadtteilküchen in Höchst, Sindlingen, Zeilsheim, Unterliederbach, Nied, Griesheim, Sossenheim, Schwanheim und Goldstein – gerade in leerstehenden Räumen an zentralen Orten wie dem Bahnhofsgebäude oder dem ehemaligen Zollamt in Frankfurt Höchst.
Dazu sagt Ursula Graser Kocabaş, Beirätin für Die Linke im Ortsbeirat 6: „Steigende Lebensmittelpreise und drohende Kürzungen im Sozialsystem verschärfen die Lage vieler Menschen, Stadtteilküchen sollen dabei die Versorgung mit gesunden, bezahlbaren Mahlzeiten sichern:. Bei einer Armutsgefährdung von über 20 Prozent in Frankfurt und gerade in den von sozioökonomischer Benachteiligung besonders betroffenen Stadtteilen Zeilsheim-Nord, Griesheim-Ost und Höchst können Stadtteilküchen einen wichtigen Beitrag für eine gesunde und öffentliche Nahverpflegung leisten.“
Durch die bevorzugte Verarbeitung regionaler und ökologisch erzeugter Lebensmittel fördern Stadtteilküchen regionale Wirtschaftskreisläufe und wirken als Ankerpunkte für eine ökologische Stadtentwicklung. So könne es auch gelingen, der Verpflichtung nach dem von der Stadt Frankfurt unterzeichneten „Milan Urban Food Policy Pact“ zur Einrichtung eines nachhaltigen, klimafreundlichen und sozial gerechten städtischen Ernährungssystems nachzukommen.
In Höchst wurden über das Bündnis Frankfurter Stadtteilküche in Zusammenarbeit mit regionalen Initiativen zur Rettung weggeworfener Lebensmittel (Foodsharing Höchst, Food that ́s left) und Vereinen in Wohnprojekten, z.B. dem von Räumung bedrohten Gündi West, erste selbstorganisierte Stadtteilküchen organisiert. Viele Initiativen und Vereine in den Stadtteilen sind an einer Zusammenarbeit interessiert. Was fehlt, sind feste Räumlichkeiten und eine verlässliche städtische Finanzierung und Infrastruktur – genau dafür steht der Antrag.
Alexis Passadakis, Sprecher für Klimagerechtigkeit der Fraktion Die Linke im Römer ergänzt: „Dass der Antrag für kommunale Stadtteil-Küchen im Frankfurter Westen eine Mehrheit gewinnen konnte, ist ein großer Erfolg. Dies zeigt, dass angesichts steigender Lebensmittelpreise die Stadt Frankfurt eine Antwort auf zunehmende
Ernährungsungerechtigkeit finden muss. 2027 wird im Riederwald die erste kommunal finanzierte Stadtteilküche starten. Wir setzen uns dafür ein, dass der Magistrat ein flächendeckendes Konzept für Stadtteilküchen in Frankfurt vorlegen wird.“ red