Die Tanzsportabteilung der SG Sossenheim hat Ende September im Volkshaus ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 100 Tänzerinnen und Tänzer präsentierten unter dem Motto „Von der Turnhalle auf die Weltbühne“ 46 Choreografien, die die Geschichte der Abteilung erzählten. Aus einer kleinen Gruppe, die 2001 von Sonja und Jenny Kron gegründet wurde, entwickelte sich in einem Vierteljahrhundert eine feste Größe im Tanzsport. Die Tanzsportabteilung errang bisher vier Weltmeistertitel und zahlreiche Deutsche Meistertitel.
Doch wer an diesem Abend im Volkshaus saß, merkte schnell: Bei dieser Geschichte geht es um sehr viel mehr als um Pokale und Titel. Es geht um Menschen – um Kinder, die bei der SGS ihre ersten Tanzschritte machten, um Aktive, die inzwischen eigene Familien gegründet haben, und um Tänzerinnen und Tänzer, die jahrelang gemeinsam trainiert, gewonnen, verloren, geweint und gefeiert haben. Einige wurden später selbst Trainer und begleiten heute die nächste Generation.
Viele Ehemalige waren zur Gala zurückgekehrt, manche nach Jahren an den Ort, an dem ein Stück ihrer eigenen Geschichte geschrieben wurde. Dabei wurde deutlich, wie viele Leben Sonja Kron und die Tanzsportabteilung geprägt haben.
2001 gründete Sonja Kron gemeinsam mit ihrer Schwester Jenny die eigenständige Tanzsportabteilung der SG Sossenheim. Deutsche Meistertitel, Aufstiege, Bundesliga und Weltmeisterschaften gehören inzwischen zur Geschichte der SGS. Die Gala zeigte die Entwicklung eindrucksvoll: Alle Altersklassen waren vertreten. Von Solos und Duos über Small Groups bis zu großen Formationsstücken präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer die Vielfalt von Jazz, Modern und Contemporary Dance.
Auch die eigene Vereinsgeschichte wurde gefeiert. Einige Choreografien, die die SGS im Laufe der Jahre in unterschiedlichen Varianten und mit wechselnden Tänzerinnen aufgeführt hatte, kehrten auf die Bühne zurück. Bei „Malamente Forever“ kamen Tänzerinnen aus verschiedenen Generationen des Stücks zusammen. Trainiert wurde der Auftritt von Alexandra Haak, die diesen Tanz vermutlich öfter getanzt hat als alle anderen zusammen. Der humorvolle Rückblick zeigte zugleich, wie viele Generationen die Geschichte der SGS verbindet.
Hinter den Erfolgen stehen unzählige Trainingsstunden, ehrenamtliches Engagement, Eltern, Trainerinnen und Trainer sowie viele Helferinnen und Helfer. Auch bei der Gala griff ein Rädchen ins andere: Die Tänzerinnen und Tänzer standen pünktlich hinter der Bühne, Kostüme wurden gewechselt und Auf- und Abgänge liefen reibungslos. Während auf der Bühne getanzt wurde, sorgte das Team im Hintergrund für den Ablauf.
Zum Abschluss überraschte SGS-Ehrenpräsident Bernd Flade die Tanzsportabteilung mit einem großzügigen Spendenscheck. Als damaliger Vereinsvorstand hatte er die Abteilung bereits bei ihrer Gründung 2001 unterstützt und ihr Raum gegeben, ihre Ideen umzusetzen.
Die Jubiläumsgala war damit weit mehr als eine Feier zum 25-jährigen Bestehen. Sie blickte auf die Entwicklung der Tanzsportabteilung und auf eine Geschichte zurück, die von unzähligen Menschen geschrieben wurde. Sonja Kron hat die Abteilung ein Vierteljahrhundert lang trainiert, organisiert, aufgebaut, weiterentwickelt und immer wieder neue Menschen für den Tanz begeistert. Aus ehrenamtlichem Engagement wurde eine Lebensaufgabe – und aus einer kleinen Tanzgruppe in Sossenheim eine Gemeinschaft, die Menschen weit über den Stadtteil hinaus verbindet.
Vielleicht ist das die schönste Bilanz des Abends: Was vor 25 Jahren in einer Turnhalle in Sossenheim begann, schaffte es bis auf die Weltbühne, ohne seine Heimat zu verlieren. Denn hinter jedem Titel, jedem Pokal und jedem Auftritt stehen Menschen, die ihre Zeit schenken, Verantwortung übernehmen und andere mitreißen – und damit etwas schaffen, das größer ist als der Sport allein. red