1. November 2019

Es muss wehtun

Sossenheimer Spitzen

von Mathias Schlosser

Mitte Oktober war wieder Herbstputz im Arboretum. Ein paar Wochen zuvor waren fleißige Müllsammler im Sossenheimer Unterfeld unterwegs und auch die Gruppe „Bee Sossenheim“ hat auf ihrer Wiese in der Westerbachstraße so einigen Müll wegräumen müssen. Allen Aktionen ist gemeinsam, dass die Anständigen den Abfall beseitigen, den die Unanständigen dort hingeworfen haben.
Nur fragt man sich: Wer macht das eigentlich? Wer wirft Pappbecher, Pizzakartons, Saft- und Schnapsflaschen einfach in irgendwelche Hecken? Selbst in meinem weiteren Bekanntenkreis kenne ich niemanden, dem ich das zutraue – und da sind die jugendlichen Freunde meiner Kinder eingeschlossen.
Da es wahrscheinlich den meisten Sossenheimern ähnlich geht, muss es also eine winzige Minderheit wirklich asozialer Mitbürger sein, die für den Dreck verantwortlich ist. Doch weil es nur so wenige sind, ist gegen sie kaum ein Kraut gewachsen, denn die Wahrscheinlichkeit, sie auf frischer Tat zu erwischen, tendiert gegen null.
Oder die Strafen müssten so hoch sein, dass die bloße Vorstellung erwischt zu werden, selbst beim Dümmsten Wirkung zeigt. So wie in Singapur: Da sind 1.300 Euro fällig, wenn man auch nur ein Bonbonpapier fallen lässt. Das klingt übertrieben, doch Dreck liegt dort nirgendwo herum.

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