30. September 2019

SPD-Sossenheim blickt auf 150-jährige Geschichte zurück

Festakt mit Rück- und Ausblick – Laudatio vom Frankfurter SPD-Vorsitzenden Mike Josef

Mike Josef rechts und Roger Podstatny, von links, ehrten Ursel Knoop, Georg Nißl, Maria Westrich und Rene Foerster für langjährige Mitgliedschaft. Fotos: Krüger

Zu einer „ganz besonderen Feier“ begrüßte am 27. September 2019 Roger Podstatny, Vorsitzender der SPD-Sossenheim, zahlreiche geladene Gäste im Clubraum des Sossenheimer Volkshauses: 150 Jahre SPD in Sossenheim. „Seit eineinhalb Jahrhunderten für Frieden, Freiheit, Recht und soziale Gerechtigkeit, darauf blickt die SPD zurück und,“ so Podstatny, „das wollen wir heute mit ihnen feiern“. Er begrüßte zahlreiche Parteifreunde, Amtsträger und Vertreter von Organisationen und, stellvertretend für alle Vereine, Franz Kissel, Vorsitzender des Vereinsrings Sossenheim sowie den Kinderbeauftragten Manuel Tiedemann, von der CDU. Zudem „ganz besonders“ auch Planungsdezernent und Vorsitzender der SPD Frankfurt, Mike Josef.

Gabi Timmas, von links, Monika u. Franz Kissel, Regina Opelt und Manuel Tiedemann waren unter den Gästen.

Ein kleines Programm in drei Aufzügen hatten Jutta Dahlke, Brigitte Stark-Matthäi und Peter Donath, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Sossenheim, vorbereitet. Sie warfen Schlaglichter auf die wechselvolle Geschichte der Sossenheimer SPD und ließen die Vergangenheit, mit Einspielung von Arbeiterliedern, Revue passieren. Im Juni 1869 schlossen sich Sossenheimer Arbeiter dem von Ferdinand Lassalle ins Leben gerufenen Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein an und gründeten damit die erste Sossenheimer Gruppe einer sozialdemokratischen Partei. Die Arbeit der Frauen wurde schlecht bezahlt und Kinderarbeit in der Textilindustrie gehörten zur „Normalität“, um zwei Beispiele für das Gründen von Arbeitervereinen zu nennen. Vieles lag im Argen, die Armut war groß und man erlebte Verfolgung und Gewaltherrschaft. Und das Wahlrecht für Frauen sowie die Gesellschaftspolitik seien Erfolge und Themen sozialdemokratischen Wirkens.

Franz Kissel sprach Grußworte und hatte sich für einen kleinen Rückblick auch gut vorbereitet. Er wünschte den Verantwortlichen für die Zukunft alles Gute, „es geht immer weiter nach vorne!“ Solidarität und Freiheit war das Thema von Julien Chamboncel, JEF Frankfurt, in seinem Grußwort, „ich meine, wir machen das in Frankfurt recht gut“. Hubert Schmidt, SPD, lobte zudem, „dass wir im Frankfurter Westen und damit auch in Sossenheim einen so schönen Zusammenhalt haben“.

Yilmaz Karahasan, links, richtete bewegende Worte an die Gäste der Feierstunde.

Yilmaz Karahasan, inzwischen schon etwas besser erholt von seinem Schlaganfall, ließ sich das Mikro geben und erinnerte an die erforderliche Solidarität für die Unterstützung von Bedürftigen und die von der Arbeiterwohlfahrt, AWO, initiierte „Hilfe zur Selbsthilfe“. Der stellvertretende Vorsitzende der Frankfurter AWO sagte: „Wir, SPD und AWO, können stolz auf unsere Tradition sein, wir haben uns gegen viele Widerstände behauptet und gegen den Faschismus gekämpft!“ Er übergab Mike Josef ein von Hans Matthöfer geschriebenes Buch zur „Humanisierung der Arbeit“ und wünschte auch ihm für die Zukunft alles Gute.

Für die Festrede kündigte Roger Podstatny Planungsdezernent Mike Josef, „als Syrischer Flüchtling in früher Kindheit nach Frankfurt gekommen“, an. Mit dem „Apfelweinstreit“ in Sossenheim begann Mike Josef seine Laudatio. Er sprach über sozialdemokratische Errungenschaften und den Widerstand der geleistet wurde, bezog Ludwig Landmann und Bruno Asch ein, „beiden haben wir Sozialdemokraten viel zu verdanken!“ „Es wurde viel geschaffen und darauf sollten wir stolz sein!“ Es brauche eine starke Sozialdemokratie in dieser Stadt und in diesem Stadtteil und er sagte abschließend: „Im Kleinen anfangen um im Großen was zu bewirken – auch in Bezug auf ‚Soziale-Stadt-Sossenheim‘!“

Für ihre langjährige treue Mitgliedschaft ehrte Roger Podstatny, mit einem Augenzwinkern merkte er an, „ein Gründungsmitglied ist leider nicht mehr unter uns“, sechs treue Genossen. Für 60 Jahre Eleonore Bayer, sie konnte nicht persönlich da sein und für 50 Jahre treue Mitgliedschaft Georg Nißl. Ursel Knoop, Maria Westrich und Rene Foerster wurden für 40 Jahre geehrt, ebenso Thorsten Teuschel, der allerdings auch nicht anwesend sein konnte.

Von den Jubilaren ergriff Georg Nißl, Ex-Gewerkschafter, das Mikrophon und sprach der SPD-Sossenheim seinen Dank aus, rügte jedoch das Verhalten von Bürgern in der Ex-DDR: „Willy Brandt hat den Grundstein für die Deutsche Einheit gelegt. Heute wählen sie dort mit über 26 Prozent die AfD und watschen die SPD mit 7,7 Prozent ab!“ „Es war mir eine Herzenssache, das mal zu sagen!“

Die Aktiven um Peter Donath, 2. von links und Roger Podstatny, rechts, hatten alles bestens vorbereitet.

Mit „Blitzlichter aus der Geschichte 150 Jahre SPD“ beendeten mit einem letzten Vortrag Jutta Dahlke, Brigitte Stark-Matthäi und Peter Donath den offiziellen Teil der Festveranstaltung. Die Organisatoren der Veranstaltung wurden abschließend nach vorne gebeten und bekamen ebenfalls herzlichen Applaus. mk

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