16. Mai 2019

Zukunft des Handballs unklar

Die erste Mannschaft der SG Sossenheim spielte zum letzten Mal

Die Handball-Männermannschaft der SG Sossenheim hat sich mit einem letzten Spiel von ihren Fans verabschiedet. Foto: privat

Mit dem letzten Saisonspiel der Männermannschaft der Sossenheimer Handballer hat der „SGS Handballbus“ seine vorläufig letzte Fahrt unternommen. Mit einer emotionalen Abschiedsrede hat sich die Mannschaft von den Fans verabschiedet. Die Zukunft des Sossenheimer Handballs steht in den Sternen. Denn für den zurückgetretenen Abteilungsleiter Matthias Haller gibt es keinen Nachfolger.

Rund 100 Zuschauer waren in die Sporthalle der IGS West gekommen um die Mannschaft zu verabschieden. Mit dem SV Seulberg kam ein Gegner , der in der Aufstiegsrelegation spielt und dementsprechend motiviert war. Die SG Sossenheim war chancenlos, zeigte aber trotz großem Rückstand, vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit, Charakter und kam zu einigen schön herausgespielten Torerfolgen. Die am Ende deutliche 17:43 Niederlage war im Anschluß an das Spiel dennoch nur noch Nebensache.
Mannschaftskapitän Ben Grudda versammelte das Team auf der Spielfläche, um einen verdienten Spieler gebührend zu würdigen. Uwe Roller, der noch bis Anfang dieses Jahres fester Bestandteil und Leistungsträger der Mannschaft war. Er musste aufgrund einer komplizierten Verletzung seine Karriere nach über 40 Jahren beenden. Der Sossenheimer, der nie für einen anderen Verein gespielt hat, erhielt von der Mannschaft ein signiertes Trikot mit „seiner“ Nummer 17.
Auch der langjährige Abteilungsleiter und Jugendtrainer der SG Sossenheim, Matthias Haller, wurde verabschiedet. Ben Grudda bedankte sich im Namen der Männermannschaft für die Unterstützung. Auch ihm wurde ein von allen Spielern signiertes Trikot als Erinnerung überreicht. „Das bekommt einen Ehrenplatz“, sagte Matthias Haller und bedankte sich bei allen Spielern.
Eine lange Reise geht damit zu Ende. Im Jahr 1999 gab es in Sossenheim nur noch eine weibliche B-Jugend die aktiv am Spielbetrieb teilnahm. Auf Initiative der ehemaligen Sossenheimer Spielerin Martina Parillas wurde ein Neustart gewagt. Zum ersten Treffen kamen über 20 Kinder im Alter von vier bis acht Jahren in die Halle der damaligen Eduard Spranger Schule. Mit Riccardo Parillas stand beim letzten Spiel noch ein Spieler aus dieser ersten Mini-Handball Mannschaft auf dem Feld.
In den Jahren 2000 bis 2010 wuchs die Abteilung der Sossenheimer Handballer und jedes Jahr kamen neue Mannschaften hinzu, sodass alle Jugenden von den Minis bis zur A-Jugend am Spielbetrieb teilnehmen konnten. Auch im weiblichen Bereich waren die Handballer der SG Sossenheim sehr erfolgreich und konnten als einer der wenigen Vereine im Bezirk Mädchenhandball anbieten. Sportlicher Höhepunkt war die Saison der weiblichen C-Jugend, die ein Jahr in der Oberliga Hessen spielte. Aus dieser Mannschaft spielen noch heute viele junge Frauen aktiv Handball im Bezirk bis zur dritten Bundesliga.
Aufgrund der sich veränderten Arbeits- und Lebensbedingungen war es im Laufe der Zeit kaum noch möglich, Helfer und Freiwillige für wiederkehrende Arbeiten, wie beispielsweise Jugendtrainer und Schiedsrichter zu finden. „Ohne Schiedsrichter können allerdings keine Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet werden. In diesem Fall müsste eine aktive Handballmannschaft mit Punktabzügen und empfindlichen Geldstrafen rechnen. Ohne Freiwillige, die nachhaltig Verantwortung übernehmen und ohne Unterstützung durch die SG Sossenheim ist es mir unmöglich geworden, die anfallende Arbeit zu leisten“, erklärt Matthias Haller.
Nach seinem Rücktritt bleibt die Frage unbeantwortet, wie es mit dem Handballsport in Sossenheim weitergeht. Fest steht, dass die jüngsten Handballerinnen (G- und F-Jugend) für die Saison 2019/2020 gemeldet wurden. Die männliche E-Jugend und die männliche A-Jugend spielen in einer Jugendspielgemeinschaft mit Niederhofheim/Sulzbach. Die AH Mannschaft wird weiter donnerstags im Bürgerhaus in Nied trainieren.
„Trotz der vielen Erfolge und vielen schönen Erinnerungen bleibt die Tatsache, dass ich die Abteilungsleitung nicht in andere Hände abgeben kann, eine sehr traurige Wahrheit. Damit fühlt es sich für mich so an, das das Projekt SGS Handball unvollendet bleibt. Ich habe über zwölf Monate versucht einen Nachfolger für die Abteilungsarbeit zu begeistern – ohne Erfolg. Somit ist es jetzt am Vorstand der SG Sossenheim nach Möglichkeiten zu suchen, wie es weiter geht“, resümierte Matthias Haller. red

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