20. März 2019

Halteverbot in der Thomestraße

Anwohner fühlen sich im Stich gelassen

Die Anwohner der Thomestraße wollen nicht länger für die Vergehen der Verkehrssünder büßen. Foto: Mingram

Der Parkdruck in Sossenheim ist hoch. Anwohner, Besucher und Kunden der ansässigen Geschäfte müssen mit immer weniger Parkplätzen auskommen. Durch den dörflichen Charakter des Ortes sind einige Straßen mit den Bestimmungen für fließenden und ruhenden Verkehr nicht kompatibel. Doch auch die Zeit der flexiblen Lösungen ist vorbei.

Ein typisches Beispiel ist die Thomestraße, eine Sackgasse ohne Durchgangsverkehr. Schon seit 30 Jahren ärgern sich die Anwohner über Eltern, die um 9 und um 17 Uhr den, am Ende der Gasse in der Schwesternstraße gelegenen, Kindergarten anfahren und den dortigen Wendehammer gnadenlos zustellen. Appelle der Anwohner sind seit jeher nutzlos. Die Fahrzeuge der FES fahren inzwischen nicht mehr in die Thomestraße hinein, die Tonnen werden an der Ecke zur Alt Sossenheim positioniert und dort geleert. Doch auch diese Ecken sind neuralgische Punkte, da – besonders in den Abend- und Nachtstunden – Kunden des Imbissladens gegenüber diese illegalen „Parkmöglichkeiten“ rege nutzen. Poller an den Ecken könnten Abhilfe schaffen und für freie Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge sorgen.
Die Straße wurde aber inzwischen komplett mit einem absoluten Halteverbot belegt. Diese Maßnahme gehe am eigentlichen Problem vorbei und werde zudem zweimal täglich durch die Stadtpolizei kontrolliert, beklagen die Anwohner. Die Tierärztin Regina Braun sieht sich durch fehlende Parkmöglichkeiten in ihrem Praxisbetrieb stark behindert: „Für jemanden der mich mit einem kranken Hund aufsuchen will, ist der Kerbeplatz zu weit weg. Auch für den Transport von vollen Wäschekörben oder Sauerstoffflaschen muss ich näher an meine Praxis heranfahren können.“
Reger Briefverkehr und persönliche Gespräche mit der Stadt blieben erfolglos. Die vorgeschriebene Straßenbreite von drei Metern sei nicht mehr gegeben, wenn Fahrzeuge dort parken, lautete die Begründung. Mehr als 50 Jahre lang seien die Fahrzeuge immer aneinander vorbeigekommen, halten die Anwohner entgegen. „Ohne Parkmöglichkeit kann ich meinen Betrieb schließen“, resümiert Regina Braun. Die Tierärztin macht sich für diesen Fall auch keine Illusion über den Verkaufswert ihrer Praxis. Nun hofft sie auf eine flexible Lösung, der ihrem Praxisbetrieb entgegenkommt und auch die anderen Anwohner nicht im Regen stehen lässt. mi

2 Gedanken zu „Halteverbot in der Thomestraße

  1. Interessant: Eltern die ihre Kinder zur Kita bringen sind ein Ärgernis, der kranke Hund muss aber bis vor die Tür gefahren werden.

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