15. November 2018

Abschied in die Winterpause

Das Café „Le Pic Vert“ hat in der kalten Jahreszeit geschlossen

Die Gärtner Frank Müller (rechts) und Thomas Pfützner haben sich auch als Café-Betreiber einen Namen gemacht. Foto: Mingram

Der Grünspecht, Namensgeber des originellen Gärtnereicafés im Sossenheimer Unterfeld, gehört nicht zu den Zugvögeln. Dennoch hat sich „Le Pic Vert“ Anfang November für die Wintermonate verabschiedet.

Etwas wehmütig verabschiedeten sich die Stammgäste von ihrem so schnell liebgewonnenen Anlaufpunkt inmitten der Streuobstwiesen. Doch so anhaltend warm der Sommer auch war – der Winter steht unübersehbar vor der Tür und fordert seinen Tribut. Von Winterschlaf kann bei den rührigen Gärtnerei-Betreibern Frank Müller und Thomas Pfützner allerdings keine Rede sein.
Die Gärtnerei muss winterfest gemacht werden, nicht winterharte Pflanzen ziehen ins Gewächshaus um. Reparaturen und Erneuerungen stehen an. Das urige Ambiente des Cafés dagegen muss buchstäblich „auf Eis gelegt“ werden. „Unser Terminkalender wird zum großen Teil von den Temperaturen bestimmt“, erläutert Frank Müller. Die Wetterprognosen lassen eine Öffnung des Geschäftes an den Samstagen noch bis Ende November zu.
Danach ist geschlossen, bis auch die Temperaturen vom nahen Frühling künden. Café-Besucher können sich auf April, vielleicht sogar auf März, freuen. Dann warten im Gärtnereicafé samstags und sonntags wieder die leckeren Kuchen und Torten vom Sossenheimer Tratiditonscafé Kitzel und andere kleine Speisen, genossen zu allerlei Getränken, auf Abnehmer.
Frank Müller und Thomas Pfützner können nach den ersten zwei Jahren ihres neuen Cafés eine durchweg positive Bilanz ziehen. „Le Pic Vert“ wird zunehmend von Spaziergängern entdeckt und durch Mund-zu-Mund-Propaganda weiter empfohlen. Auch das diesjährige Rosenfest hat viele neue Besucher angezogen. Das legt die Frage nach Zukunftsplänen nahe. „Wir werden unser Café nicht zum Biergarten machen“, verspricht Frank Müller, der auch in Zukunft auf das Prinzip Gärtnereicafé setzt, so wie man es aus England kennt: Die Gärtnereikunden können bei Kaffee und Kuchen relaxen, die Kaffeegäste flanieren durch die Anlage und lassen sich zu eigenen Gartenkreationen inspirieren.
Die Vision dieses Wechselspiels hatte die beiden leidenschaftlichen Gärtner dazu bewogen, über den Tellerrand – oder eher die Pflanzschale – hinauszublicken und einen Testlauf in Sachen Gastronomie zu wagen. Der Testlauf ist mit Bravour bestanden, jetzt wird Väterchen Frost einkehren. So wie das in der Natur nun einmal ist. mi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.