Anders als der Name des Industriestandorts vermuten lässt, hat Höchst neben der schönen Lage zwischen Main und Nidda auch viel Historisches zu bieten: eine Fachwerk-Altstadt, ein Schloss sowie einen Barockpalast. Das werden auch die zukünftigen Dauerausstellungen im Bolongaropalast bezeugen. Erste Einblicke bietet das Stadtlabor „Höchst erzählt!“ im Ausstellungsbau des Historischen Museums.
Wer sich in der Altstadt zu Fuß auf Entdeckungstour begibt, stößt auf ein historisches Kirchengebäude: Die Justinuskirche ist nicht nur Frankfurts ältestes erhaltenes Gebäude, sondern auch deutschlandweit eine der ältesten Kirchen. Die dreischiffige Basilika mit original karolingischen Kapitellen und spätgotischem Portal wird auf etwa 830 datiert.
Ursprünglich war eine Basilika eine heidnische, vorchristliche Gebäudeform: Die alten Römer nutzten diese dreischiffigen Königshallen für Volksversammlungen, Gerichts- oder Markttage. Dann übernahmen die christlichen Gemeinden den Grundriss für ihre Gotteshäuser; allerdings thronte in der Apsis fortan kein Richter oder Kaiser mehr, sondern ein Altar.
Bei so viel historischer Bausubstanz verwundert es kaum, dass in Höchst auch eine Synagoge stand: 1905 errichtet, fiel sie dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer. Beim Novemberpogrom 1938 geschändet, wurde sie in Brand gesteckt, abgerissen und nicht mehr aufgebaut. Das Deutsche Reich als Eigentümer ließ auf dem Grundstück einen Luftschutzbunker errichten, der heute eine Gedenktafel trägt. Die Stadt Frankfurt beteiligte sich damals mit einer Spende von 20.000 Mark für den Bau einer Synagoge in Neve-Monosson in Tel Aviv, Israel.
Mehr Information zu diesen und weiteren Höchster Gotteshäusern wird es in den zukünftigen Dauerausstellungen im Bolongaropalast geben. Erste Einblicke bietet schon jetzt das Stadtlabor „Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast.“ im Ausstellungsbau des Historischen Museums. Die dortige Medienstation zur Geschichte der Justinuskirche entstand in Zusammenarbeit mit der gleichnamigen Stiftergemeinschaft, die in Höchst Führungen und hochkarätige musikalische Programme anbietet. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt vier Euro. red