Das Filmforum Höchst hat im Mai fünf cineastisch vollgepackte Wochenthemen und viele Filme aus der Jubiläumsreihe sowie andere Klassiker im Angebot. Der Dokumentarfilm des Monats jeden Donnerstag folgt der wunderbaren Schriftstellerin Siri Hustvedt, die an der Seite von dem kürzlich verstorbenen Paul Auster starke Frauenliteratur verfasst und begleitet Siri auch über die Phase des Verlustes hinaus wunderbar zart und wertschätzend.
Von Donnerstag, 30. April, bis Mittwoch, 6. Mai, dreht sich alles im weitesten Sinne um Ausgrenzungen durch ansteckende Krankheiten – im engsten Sinne beziehen sich die Filme auf HIV. Julia Ducournau aus Frankreich bietet mit „Alpha“ hierzu einen körperlich erfahrbaren Beitrag, wenn die von der Krankheit betroffenen Körper sich nahezu auflösen. „Romería“ von Carla Simón geht dem Aids-Tod der Eltern der titelgebenden Protagonistin nach. Schließlich führt „La Misteriose Mirada Del Flamenco“ in ein chilenisches Bauerndorf und den abergläubischen Vorurteilen gegenüber der neu aufkommenden Krankheit in den 1980ern.
Erstes Highlight am Freitag, 1. Mai, ist der besonders lange Kurzfilmabend mit den für 2026 nominierten Oscar-Kurzfilmbeiträgen.
In der Woche vom 7. Mai bis 13. Mai wird Ableismus, also die Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zum Leitthema. „Als wäre es leicht“ bringt eine gehörlose Frau und einen blinden Mann zusammen. „Der Frosch und das Wasser“ erzählt leichtfüßig von einer Freundschaft eines Menschen mit Downsyndrom zu einem Japaner während einer spontanen gemeinsamen Reise. „Luisa“ setzt sich mit Missbrauch im betreuten Wohnen auseinander. Das Programm wird abgerundet mit dem Klassiker „Freaks“ von Tod Browning, der heute als Frühwerk des inklusiven Films gesehen wird.
In der Woche vom 14. Mai bis 20. Mai geht alles auf Anfang, in vier Filmen müssen Frauen sich jeweils selbst neu erfinden: Die so gelungene Verfilmung „Vier Minus Drei“ von Adrian Goiginger setzt sich mit der wahren Geschichte Barbara Pachl-Eberharts und dem tragischen Unfalltod ihres Mannes und den beiden Kindern auseinander. Hierzu korrespondiert direkt „Drei Farben Blau“ von Krzysztof Kieślowski, der in der Jubiläumsreihe läuft. „The Testament of Ann Lee“ erzählt die Geschichte der Gründerin der Shaker-Bewegung. WANDA von Barbara Loden schließlich gilt als feministisches Unikat und beschreibt eine ziellose Suche nach dem anderen Leben und die Gewalt als alltägliche Realität gegen Frauen dabei.
Im weitesten Sinne lässt sich auch der DEFA Klassiker „Solo Sunny“ in die Woche des „Reset“ integrieren. Der Film läuft in der Jubiläumsreihe und gratuliert gleichzeitig der DEFA zum 80. Geburtstag.
Alles dreht sich irgendwie um Musik, um Singer und Songwriter in der Woche vom 21. Mai bis 27. Mai: „Blue Moon“ erzählt die Geschichte des legendären Songwriters Lorenz Hart, wofür Richard Linklater gleich fünfmal mit dem Oscar nomineirt wurde. „The history of sound“ inszeniert eine Liebesgeschichte zweier Männer über die Musik. In der Jubiläumsfilmreihe freut sich das Filmforum auf den genialen Musikfilm „200 Motels“ von Tony Palmer und Frank Zappa und natürlich passt auch „Manhattan“ des jazzigen Woody Allen gut in diesen Rahmen.
Der Monat Mai schließt mit Sandra Hüller: Sandra als Rose zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, Sandra als Eva Stratt im „Projekct Hail Mary“ in naher Zukunft, Sandra als karrierefokussierte Ines in „Toni Erdmann“ in der Jubiläumsreihe.
Ganz ohne Zusammenhang und umso wichtiger zu erwähnen sind noch zwei weitere Filme im Rahmen der Jubiläumsreihe: Am Samstag, 9. Mai, und Samstag, 23. Mai, kann die Director’s Cut Version von Quentin Tarantinos „Kill Bill: The whole bloody affair“ in 275 Minuten vollständig und ungekürzt angeschaut werden.
Am Sonntag, 17. Mai, präsentiert „Cuba im Film“ – was in diesem Jahr leider eine Festival-Pause einlegt – den Film „Suite Havanna“ und organisiert in Kooperation mit dem Netzwerk InterRed Cooperación eine Solidaritätsveranstaltung für Cuba.
Weitere Informationen gibt es auch unter filmforum-hoechst.com im Internet. red