6. Oktober 2016

Was hat der Verkehrsversuch gebracht?

CDU will die Ergebnisse des Verkehrsversuchs noch in diesem Jahr

Anfang dieses Jahres wurden im Rahmen eines Verkehrsversuchs die Einbahnstraßenregelungen in der Schaumburger Straße und Westerwaldstraße verändert. Zwischenzeitlich wurde zudem noch eine neue Einbahnstraßenregelung in der Marienberger Straße eingeführt. Nun fordert die CDU eine zeitnahe Beurteilung dieses Verkehrsversuches, dessen Ergebnisse noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollten.

Sossenheims Christdemokraten fordern, die zur Beurteilung des Verkehrsversuchs notwendigen Verkehrszählungen – soweit nicht schon geschehen – zeitnah durchzuführen und abzuschließen. Ziel ist es, dass der Ortsbeirat 6 noch in diesem Jahr zu einer Veranstaltung einladen kann, in der die Ergebnisse des Verkehrsversuchs der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Um den Verkehrsversuch abschließend beurteilen zu können, sollen bei dieser Veranstaltung unter anderem nachfolgende Fragen beantwortet werden: Inwieweit hat der Durchgangsverkehr in dem Gebiet abgenommen? Inwieweit wurde der Verkehr beruhigt oder in andere Straßen verlagert – insbesondere in die Siegener Straße, Montabaurer Straße und Auf der Schanz? Wenn möglich, sollten bei der Beurteilung dieser Frage auch die aktuellen Baustellen auf der A66 berücksichtigt werden, die auch zu einer Verlagerung des Verkehrs führen.
Welche Probleme haben sich durch die Umkehr der Fahrtrichtungen beispielsweise für Rettungsfahrzeuge, Müllabfuhr und bei der Zulieferung von Gewerbetreibenden mit großen Fahrzeugen ergeben? Wie hat sich die im Rahmen des Verkehrsversuches eingeführte neue Einbahnstraßenregelung in der Marienberger Straße bewährt?
Unabhängig von dem Verkehrsversuch wird der Magistrat zudem gebeten, auch auf die nachfolgenden Fragen einzugehen: Bedingt durch die engen Straßen weichen Autofahrer oft auf die Bürgersteige aus und gefährden so Fußgänger, zu denen auch zahlreiche Kinder zählen, die auf dem Weg in die Schule, in den Park oder zum Spielplatz sind. Welche Möglichkeiten gibt es, dies zu unterbinden? Gibt es Ideen, um den Parkdruck in diesem Gebiet etwas zu mindern?
Ziel des Verkehrsversuches war es, den Durchgangsverkehr zu verringern und die Raserei in den Straßen zu unterbinden. In den Monaten des Verkehrsversuchs hat es sich gezeigt, dass die veränderte Verkehrsführung zwar zu einer Beruhigung des Verkehrs in der Schaumburger Straße und Westerwaldstraße beigetragen hat. Allerdings gibt es auch massive Beschwerden von Anwohnern über Probleme, die nach wie vor bestehen und bedingt durch den Verkehrsversuch verstärkt wurden.
Zu diesen Problemen zählen unter anderem Falschparker, insbesondere in den Kreuzungsbereichen, die andere Verkehrsteilnehmer behindern und gefährden. Kreuzungen, insbesondere Michaelstraße/Schaumburger Straße, sind teilweise schwer einsehbar, sodass von rechts kommende Fahrzeuge erst wahrgenommen werden können, wenn man als Autofahrer bereits in die Kreuzung eingefahren ist.
An einigen Stellen ist nur schwer oder zu spät sichtbar, in welche Richtung man fahren darf. Erschwerend kommt hinzu, dass die Autofahrer von ihren Navigationsgeräten falsch dirigiert werden. Insbesondere in die Michaelstraße biegen Autofahrer oftmals falsch ab.Der Verkehr auf der Siegener Straße und Auf der Schanz hat in der Wahrnehmung der Anwohner extrem zugenommen. Insbesondere Auf der Schanz kommt es deswegen immer wieder zu brenzligen Verkehrssituationen.
Die Durchführung einer Veranstaltung wurde in der Stellungnahme des Magistrats vom 19. Juni 2015 bereits zugesagt und sollte ursprünglich bereits ein halbes Jahr nach Beginn des Verkehrsversuchs durchgeführt werden. red

5 Gedanken zu „Was hat der Verkehrsversuch gebracht?

  1. Meine Analyse der IST-Situation zeigt auf, dass viele Autofahrer die direkten Strecken Höchst – Eschborn (rot) und Eschborn – Höchst (grün) über Alt-Sossenheim und die Siegener Straße mittels einer Vielzahl von Ausweichrouten durch das Wohngebiet umfahren möchten, um schneller ans Ziel zu kommen. Ich habe alle möglichen Strecken identifiziert, analysiert und an Hand einer Metrik bewertet. Grundsätzlich lassen sich die möglichen 13 roten und 4 grünen Routen auf einige Kernrouten reduzieren. Diese Kernrouten sind unterschiedlich attraktiv. Die Attraktivität hängt beispielsweise vom Verkehrsaufkommen in der Siegener Straße ab.

    Daraus lassen sich folgende Handlungsfelder ableiten: Die Ausweichrouten müssen durch Eingriffe in die Verkehrsführung unattraktiv gemacht werden und die Ausweichrouten müssen durch zusätzliche bauliche Maßnahmen entschärft werden.

    Dazu gibt es unter anderem folgende Lösungsoptionen:
    A: Vorschlag auf Basis der CDU: Umkehr der Fahrtrichtung der Schaumburger Straße und Westerwaldstraße zwischen Siegener Straße und Michaelstraße
    A1: wie A mit der Verlängerung der Einbahnstrecke in der Michaelstraße (derzeit umgesetzt)
    B: Vorschlag auf Basis einiger Anwohner: Umkehr der Fahrtrichtung der Schaumburger Straße und Westerwaldstraße zwischen Schanz und Michaelstraße, Umkehr der Fahrtrichtung für die Michaelstraße zwischen Westerwaldstraße und Schaumburger Straße
    C: Vorschlag auf Basis einiger Anwohner: Zusätzliche bauliche Entschärfung. Zu dieser Option wurden Vorschläge gemacht, die nicht in diese Bewertung einfließen – aber durchaus überlegenswert sind.

    Die Bewertung der bisherigen Situation und der Lösungsoptionen auf Basis der Metrik mittels Kennzahlen ergibt folgendes Bild:
    Die Option A verbessert die Verkehrsituation für die Bewohner durch Senkung der Streckenattraktivität um 72 Punkte.
    Die Option A1 verbessert die Verkehrsituation für die Bewohner durch Senkung der Streckenattraktivität um 50 Punkte. Das heißt, durch die Verlängerung der Einbahnstrecke in der Michaelstraße geht fast ein Drittel der Wirksamkeit verloren.
    Die Option B verbessert die Verkehrsituation für die Bewohner durch Senkung der Streckenattraktivität um 126 Punkte. Durch diese Maßnahme könnte die höchste Wirksamkeit erzielt werden.

    Damit gibt es eine klare Empfehlung: Nach Ende der Erprobungsphase nicht wieder auf den Status Quo Ante zurückdrehen, sondern auf die Option B umstellen, um die errechnete Wirksamkeit im Alltag zu überprüfen.

    Ich freue mich auf eine anregende und nutzbringende Diskussion!

    1. Ich gebe zu bedenken, daß jede bauliche Veränderung (Strecken unattraktiv machen) auch die Anwohner trifft. Es ist jetzt schon nicht immer einfach, innerhalb des Wohngebiets von A nach B zu kommen. Durch die neue Verkehrsregelung muß ich nun Umwege fahren, um auf die Hauptstraßen zu kommen. Außerdem ist die Situation in Sossenheim definitiv durch die Dauerbaustelle auf der A66 massiv verschärft worden!
      Weitere Änderungen und „Behinderungen“, die noch mehr Nachteile und Verkomplizierungen für uns Anwohner bedeuten, werde ich zumindest so nicht hinnehmen.

  2. Der Verkehrsversuch ist meines Erachtens gescheitert. In der Schaumburger Straße (zwischen Siegern Straße und Michaelstraße) hat der Verkehr nicht wirklich abgenommen und die Parkplatzsituation hat sich durch die Umkehrung der Fahrtrichtung massiv verschärft, da alleine im Bereich Schaumburger Straße zwischen Siegener Straße und Michaelstraße 3 Parkplätze weniger bestehen. Täglich biegen mehrere Fahrzeuge von der Schaumburger Straße aus in die Michaelstraße Richtung Alt-Sossenheim ein und fahren dann auch nicht langsam, sondern mit überhöhter Geschwindigkeit. Meiner Meinung nach ist der Verkehr für alle Beteiligten unsicherer und gefährlicher geworden und nicht besser. Ich wäre dafür, den Verkehr wieder wie vor dem Verkehrsversuch laufen zu lassen.

    1. dieser Meinung kann ich nur zustimmen. Sowohl Müllabfuhr als auch andere LKWs boykottieren die momentane Verkehrsregelung in dem sie in der Schaumburger- und Westerwaldstraße entgegen der Einbahnstraße fahren. Die Kreuzung Schaumburger-/Michaelstraße ist verkehrsunsicher da man sie als PKW-Fahrer nicht einsehen kann

    2. Das scheint auf die Straßen anzukommen. In der Westerwaldstr. z.B. ist es definitiv sicherer und ruhiger geworden (auch da nur noch wenige LKW durchfahren), auf der Schanz hat der Verkehr erheblich zugenommen. Ebenso auf der Lindenscheidstr., die bei allen Betrachtungen oft übersehen wird.
      Die Kreuzung Schaumburgerstr./Michaelstr. ist entschärft, gerade weil sie etwas uneinsichtig ist. Das zwingt zur Vorsicht. Extrem gefährlich waren hier die Raser, die ohne Rücksicht auf Verluste über die Kreuzung „geheizt“ sind.
      Alles in allem ist der Versuch nicht gescheitert, ist aber auch noch nicht die optimale Lösung.

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