8. September 2016

Vorräte machen gelassen

Sossenheimer Spitzen

von Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Leidenschaftlich diskutiert wurde in der vergangenen Woche darüber, ob sich Privathaushalte wieder Notvorräte für den Kriegs- oder Katastrophenfall anlegen sollten. Im Zeitalter von Lieferando und 24-Stunden-Tankstellenshops wurde es dabei vielfach als Zumutung empfunden, für zehn Tage Lebensmittel und Wasser in der Wohnung einzulagern. Doch auch die lässigsten Just-in-time-Einkäufer brauchen nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, was zum Beispiel passiert, wenn einmal für längere Zeit der Strom ausfällt. Es würde wohl keinen Tag dauern und auch im Frankfurter Westen würde die Versorgung mit Lebensmitteln zusammenbrechen.
Die Folge wäre eine hysterische Bevölkerung, die lautstark nach dem Staat schreit. Von den verschlossenen oder geplünderten Supermarkt-Filialen würden die hungrigen und durstigen Sossenheimer direkt zum Bolongaropalast laufen. Doch ohne Strom wäre auch von der Stadt Frankfurt nicht allzu viel Hilfe zu erwarten.
Mit einem Regal voller Dosen und ein paar Wasserkästen im Keller könnten alle das Unglück deutlich gelassener ertragen und die entscheidende Zeit gewinnen, um eine Naturkatastrophe, einen Terroranschlag oder irgendeinen anderen Angriff auf unser hochspezialisiertes, aber auch anfälliges Alltagsleben abzuwehren.

Ein Gedanke zu „Vorräte machen gelassen

  1. Wie immer: Ihr Kommentar ist voll zutreffend. Was passiert aber dann, wenn der Strom ausfällt? Soll man sich dann einen Stromvorrat einrichten? Der Strom ist doch das Erste , was ausfällt Das Ganze ist doch mal wieder ein Schreckschuss, Man sollte es lieber sein lassen
    Wolfgang Schwarz
    Sossenheim

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